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Vom Fluss zur Wasserstraße

Die Nutzung unserer Fließgewässer

Schon seit historischen Zeiten werden Flüsse und Auen vom Menschen genutzt-von der Mühle über die Staustufe bis zur Wasserstraße. All diese Bauwerke verändern und prägen unsere Landschaft. Und zerstören sie auch: Vor allem in den letzten 100 Jahren sind große Auenbereiche ganz oder teilweise vom Fluss getrennt oder verbaut worden.

© Andreas Eistert / WWF
© Andreas Eistert / WWF

Wenn der Fluss im Stau steckt

Staustufen werden zur Energiegewinnung und für die Schifffahrt gebaut. Dafür werden große Auenbereiche zerstört und Flüsse undurchgängig gemacht.

Wasserstraßen benötigen weitere technische Maßnahmen wie Begradigungen und Tieferlegung der Rinne, welche die Natürlichkeit von Flüssen und Auen deutlich verringern.

Kompromisse sind aber möglich: Das zeigt die „Elbe-Erklärung“, eine Vereinbarung zwischen Bundesverkehrsministerium und Naturschutzverbänden zur nachhaltigen Nutzung des Stromes. Leider läßt die Umsetzung aufgrund politischer und behördlicher Widerstände noch zu wünschen übrig.

Ein Konfliktpunkt ist auch der geplante Ausbau der letzten frei fließenden Donaustrecke zwischen Straubing und Vilshofen. Um den Schiffsverkehr ganzjährig zu gewährleisten, will Bayern diesen Abschnitt mit Staustufen ausbauen. Dabei liegen ökologisch verträglichere und zugleich kostengünstigere Alternativen vor.

 

Pappelplantage contra Auen-Dschungel

Auen werden auch durch andere flächenbezogene Nutzungen wie Industrieansiedlungen, Kies- und Sandgewinnung oder unkontrollierte Freizeitnutzung zerstört. Außerdem fordern intensive Land- und Forstwirtschaft ihren Tribut: Monotone Pappelplantagen verdrängen alte, artenreiche Hartholz-Auenwälder. Dadurch verlieren auch viele seltene Vogelarten wie etwa der Mittelspecht und Insekten wie der Heldbock ihren natürlichen Lebensraum. Das WWF-Auen-Institut veröffentlichte 2001 eine Studie über die oberrheinischen Auenwälder. Darin wurde aufgezeigt, dass von den verbliebenen Auenwäldern rund die Hälfte von der Forstwirtschaft angelegte reine Pappelkulturen bilden. Um dort wieder eine natürliche Waldgesellschaft entstehen zu lassen, erstellte der WWF in Zusammenarbeit mit den Forstbehörden am Oberrhein eine so genannte Bewirtschaftungsrichtlinie.

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