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Weniger Wasser, mehr Menschen

„Water and Food Security“, Wasser und Ernährungssicherung - mit diesem Thema beschäftigt sich die Weltwasserwoche 2012. Vom 26. bis zum 31. August diskutieren Experten aus der ganzen Welt Ansätze, die das Welthungerproblem lösen könnten. Zentral ist dabei auch die Frage, wie man möglichst wenig Wasser bei der Produktion von Lebensmitteln verwendet – und verschwendet.

Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser durch Industrie und Landwirtschaft, aber auch durch die Verbraucher, wird für die Zukunftsfähigkeit und die Lebensqualität in den urbanen Ballungsräumen mitentscheidend sein. © WWF-Canon / Simon Rawles
Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser durch Industrie und Landwirtschaft, aber auch durch die Verbraucher, wird für die Zukunftsfähigkeit und die Lebensqualität in den urbanen Ballungsräumen mitentscheidend sein. © WWF-Canon / Simon Rawles

70 Prozent des weltweit verbrauchten Wassers wird nach Angaben des Stockholm International Water Institute (SIWI) in der Landwirtschaft genutzt. Große Menge gehen dabei verloren, wenn es etwa in offenen Kanälen verdunstet, bevor es die Felder erreicht. Um die steigende Weltbevölkerung zu ernähren, werden in Zukunft mehr landwirtschaftliche Flächen benötigt - und mehr Wasser, um diese zu bewässern. Nach Schätzungen des SIWI wird schon 2050 ein Drittel mehr Wasser benötigt.

Produziert in Madagaskar - Reis. © Ralf Bäcker / WWF
Produziert in Madagaskar - Reis. © Ralf Bäcker / WWF

Die größten Herausforderungen der Menschheit

„Was bei dieser Diskussion vernachlässigt wurde, ist der globale Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln, Energie und Wasser“, erklärt der WWF-Wasserexperte Jian-hua Meng, der für den WWF-Deutschland an der Weltwasserwoche teilnimmt. Die Sicherung dieser Ressourcen sei eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Der WWF drängt die Regierungen deswegen, nachhaltige Wassermanagement-Pläne zu implementieren.

 

Der WWF warnt anlässlich der Weltwasserwoche vor den Gefahren großer Staudammprojekte. „Der grundsätzlich richtige Ansatz, Energie durch Wasserkraft zu gewinnen, droht zum Bumerang zu werden“, sagt Süßwasser-Experte Stefan Ziegler vom WWF. „Vielerorts werden zahlreiche Fischarten verschwinden, verbunden mit einem Kollaps der heimischen Fischerei, da die natürlichen Wanderwege der Tiere versperrt werden.“ In der Folge sind die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen bedroht.

 

In einer aktuellen Studie beleuchtet der WWF beispielhaft die Situation im unteren Mekong-Becken. Die Regierungen von Laos, Thailand, Vietnam und Kambodscha planen hier den Bau von elf Wasserkraftanlagen im Hauptstrom des Mekong, weitere 77 sind für die Nebenflüsse vorgesehen. Sollten die Pläne realisiert werden, droht ein enormer Rückgang der Fischbestände. Für die 60 Millionen Bewohner im Einzugsgebiet des Flusses hätte das dramatische Folgen. „Die Erträge aus dem Fischfang würden um nahezu 40 Prozent zurückgehen. Das ist eine ernsthafte Bedrohung, da die meisten Haushalte vom Fisch als Grundnahrungsmittel abhängig sind“, erklärt Stefan Ziegler.

Weltwasserwoche: Seit 1991 ein wichtiges Forum für Experten

Die Weltwasserwoche findet seit 1991 jedes Jahr statt und wird vom Stockholm International Water Institute (SIWI) organisiert. Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Nichtregierungsorganisationen treffen sich, um gemeinsam globale Lösungsansätze im Wassersektor zu erarbeiten. Obwohl dort keine völkerrechtlich verbindlichen Abkommen oder Verträge abgeschlossen werden, gilt die Weltwasserwoche inzwischen als bedeutendes internationales Forum. Die verschiedenen Interessenvertreter nutzen die Möglichkeit, dort gemeinsam Erfahrungen auszutauschen, effizientere und nachhaltige politische Instrumente zu erarbeiten, neue Partnerschaften aufzubauen und wichtige neue Projekte und Initiativen ins Leben zu rufen.

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