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Stand: 23.11.2016

UN-Klimakonferenz COP 22 in Marrakesch

Nach rund zwei Wochen Verhandlungen ist die diesjährige Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die sogenannte COP22, in Marrakesch am 18. November 2016 zu Ende gegangen. Nach dem großen Erfolg des letzten Klimagipfels von Paris, bei dem das Pariser Abkommen beschlossen wurde, galt es in Marrakesch, die Vereinbarungen mit Leben zu füllen.

COP22 UN-Klimakonferenz in Marrakesch © Lea Sibbel / WWF
COP22 UN-Klimakonferenz in Marrakesch © Lea Sibbel / WWF

Internationale Verhandlungen in der Klimapolitik

Das Pariser Abkommen konnte unerwartet früh in Kraft treten, nämlich schon am 4. November 2016. Nun ist umso dringender, das Regelwerk des neuen Abkommens zu verabschieden, nach dem sich später alle Vertragsparteien richten müssen. Dieser sogenannte Transparenzrahmen soll sicherstellen, dass die Klimabeiträge der Länder möglichst vergleichbar ausgestaltet werden und überprüft werden können. Bis spätestens 2018 sollten hier Ergebnisse vorliegen.

In Marrakesch hat man mit der Ausarbeitung des Paris-Abkommens begonnen. Die Länder haben sich darauf geeinigt, in zwei Jahren gemeinsam zu überprüfen, wie weit sie schon gekommen sind, und ihre Pläne und Ziele noch vor 2020 gegebenenfalls anzupassen, um die bestehende Emissionsminderungslücke zu schließen. Denn die Klimazusagen reichen im Moment nicht aus, um die vereinbarte Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst auf 1,5 Grad, einzuhalten.

Mittel für Anpassung reichen noch nicht

In Sachen Anpassungsfinanzierung gab es auf der COP22 keine bedeutenden Fortschritte im Vergleich zu den bisherigen Beschlüssen. Die reicheren Staaten unternehmen noch nicht genug, um die ärmeren und oft vom Klimawandel besonders betroffenen Länder zu unterstützen.

Die betroffenen Staaten selbst sorgten auf der Klimakonferenz derweil mit verschiedenen Initiativen für Aufsehen. So beschloss das Forum der durch den Klimawandel besonders gefährdeten Staaten (CVF), bis spätestens 2050 auf 100 Prozent erneuerbare Energien umstellen zu wollen. Dem Forum gehören mehr als 40 Länder an. Und eine Koalition aus 28 afrikanischen Ländern und Wissenschaftlern stellte eine Initiative zur Anpassung der afrikanischen Landwirtschaft an den Klimawandel (AAA) vor.

Deutschland und EU müssen nacharbeiten

Deutschland erntete auf internationaler Ebene Anerkennung für sein Engagement: Die anderen Staaten begrüßten es, dass Umweltministerin Barbara Hendricks mitsamt eines langfristigen Klimaschutzplans bis 2050 angereist war. Kanada, Mexiko und die USA legten in Marrakesch ebenfalls diese Langfriststrategien vor, die die Länder unter dem Pariser Abkommen ausarbeiten sollen. Das war ein wichtiges Signal. Inhaltlich aber muss Deutschland noch nachbessern – speziell beim Thema Kohleausstieg. Und nicht nur bei der Langfriststrategie gibt es Verbesserungsbedarf: Deutschland muss auch nachlegen, um sein Klimaziel für 2020 zu erreichen.

Und die Europäische Union? Der Klimabeitrag der EU für das Abkommen ist noch viel zu gering. Das EU-Klimaziel muss daher dringend von mindestens 40 Prozent Treibhausgasemissionsminderung bis 2030 gegenüber 1990 auf mindestens 55 Prozent angehoben und Schlupflöcher geschlossen werden.

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