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Stand: 16.04.2014

Hellas in der Kohlefalle

WWF kritisiert deutsche Finanzierung von griechischen Kohlekraftwerken

Braunkohleabbau © iStock / Getty Images
Braunkohleabbau © iStock / Getty Images

Griechenland setzt bei der Modernisierung seiner Energieversorgung ausgerechnet auf Braunkohle. Bei einem WWF Ranking zu den schmutzigsten europäischen Kraftwerken landeten die griechischen Anlagen vor einigen Jahren auf den ersten beiden Plätzen. Daran hat sich wenig geändert. Allein das Kraftwerk Agios Dimitrios, das 1984 ans Netz ging, emittiert Jahr für Jahr rund 13 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Anstatt die CO2 Schleudern nach und nach vom Netz zu nehmen und durch Gaskraftwerke oder Erneuerbare Energien zu ersetzen, planen die Griechen neue Braunkohlekraftwerke. Die sind zwar effizienter als die Altanlagen, gleichzeitig wird durch die Erweiterung bestehender oder den Neubau von Braunkohlemeilern aber ein extrem hoher CO2 Ausstoß über Jahrzehnte zementiert. Damit sich die Milliardeninvestitionen rechnen, müssen die Anlagen mindestens 35 bis 40 Jahre laufen. 

„Die EU-Klimaziele, die Emissionen aus der Stromerzeugung bis 2050 um 85 Prozent zurückzufahren, sind so nicht erreichbar“, betont, Matthias Kopp vom beim WWF Deutschland.

Jüngstes Beispiel die Anlagen Ptolemaida-V und Meliti-II. Sie sollen zwar alte Kraftwerke ersetzen, aber eine griechische Energiewende wird durch die neuen Anlagen gebremst. Neben den ökologischen Nebenwirkungen dieser Energiepolitik ist der wirtschaftliche Nutzen der Investitionen mehr als fraglich. Der WWF Griechenland rechnet in verschiedenen Szenarien vor, dass sich die Neuanlagen mittelfristig nur mit Hilfe stattlicher Subventionen oder Steuererleichterungen für die Betreiber lohnen. Gleichzeitig werden aber durch die Neubauten die Investitionen in mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien gebremst.

Bei der Finanzierung spielt auch Deutschland eine Rolle. Zwar gilt hierzulande die Energiewende zu Recht als eines der zentralen Zukunftsprojekte der Regierung, aber außerhalb der Grenzen gilt offenbar noch eine andere Prioritätensetzung. Mit einer Kreditgarantie sichert die Bundesregierung den Bau des Braunkohlekraftwerks Ptolemaida V ab. Mehr als 40 Prozent des 1,4 Milliarden Euro teuren Bauvorhabens soll durch Hermes Bürgschaften und Kredite der staatlichen KfW Bank abgesichert werden. Der Rest soll vor allem durch griechische Gelder finanziert werden. Ganz uneigennützig ist der Deal nicht. Das Bundeswirtschaftsministerium erhofft sich von der Investition die Sicherung von Arbeitsplätzen bei deutschen Zulieferfirmen. Für den WWF bedürfen die die Pläne dringend einer Revision. „Wer den Klimaschutz und die Energiewende erst nimmt, darf nicht in Braunkohlekraftwerke investieren“.

Mitte April waren Demetres Karavellas, Geschäftsführer des WWF Griechenland gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen Eberhard Brandes bei der bei der KfW zu Gast, um die Vorbehalte gegen das Kraftwerk noch einmal zu verdeutlichen. Im Gepäck hatte der griechische WWF-Chef eine Petition mit mehr als 15.000 Unterschriften. Darin wird an die Entwicklungsbank appelliert, von der Kohle-Finanzierung Abstand zu nehmen. © KfW
Demetres Karavellas, Geschäftsführer des WWF Griechenland und Eberhard Brandes vom WWF Deutschland übergeben eine Petition gegen Kohle-Finanzierung an die KfW © KfW
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