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Stand: 10.06.2013

WWF und „Club of Rome“: Energiewende ist die einzige Lösung

„Der geplünderte Planet“ ist der Titel des aktuellen Berichts des „Club of Rome“. Die Wissenschaftler warnen darin vor dem Ende der mineralischen Ressourcen – mit dramatischen Folgen für unsere Gesellschaft. 

Koltan-Mine in Ruanda. © naturepl.com / Eric Baccega / WWF-Canon
Koltan-Mine in Ruanda. © naturepl.com / Eric Baccega / WWF-Canon

Wir Menschen graben tiefe Löcher in die Erde. Wir baggern, buddeln, schaufeln, tragen ab und schachten aus. Wir sind schnell und kompromisslos – alles, was wir gebrauchen können, schaffen wir an die Oberfläche. Ganz egal wie anstrengend und gefährlich die Arbeit ist, wie viel Dreck und Zerstörung wir hinterlassen. Wir wollen das, was seit vielen Jahren unter der Oberfläche schlummert. Doch Bodenschätze sind endlich, unsere Gier hingegen nicht.

„Club of Rome“ in Zusammenarbeit mit dem WWF

Ugo Bardi, Autor des Buches „Der geplünderte Planet“ © Club of Rome
Ugo Bardi, Autor des Buches „Der geplünderte Planet“ © Club of Rome

In Zusammenarbeit mit dem WWF Deutschland hat der „Club of Rome“ am 6. Juni seinen aktuellen Bericht in Berlin veröffentlicht. „Der geplünderte Planet“ heißt das Buch des italienischen Wissenschaftlers Ugo Bardi. Er analysiert darin die Geschichte der Bergbauindustrie und gibt einen Ausblick auf die mineralischen Ressourcen, die für unsere heutige Gesellschaft unerlässlich sind. 

 

„Es ist doch absurd“, sagt Ugo Bardi, der Autor des Berichts. „Wir benötigen Energie, um Energie zu erzeugen. Und umso tiefer wir in die Erde bohren, umso größer wird der Aufwand. Wir geben also Geld aus, um einen Prozess am Laufen zu halten, der sich zwangsläufig dem Ende neigt.“ Im Klartext: Zuerst fördern wir Öl und Gas aus der Tiefe. Anschließend verfeuern wir alles. Um weitere Bodenschätze aus der Erde zu kratzen, benötigen wir noch mehr Energie. Ein Teufelskreis, an dessen Ende die Frage steht: Wer soll das bezahlen? „Bereits jetzt benötigt die Bergbauindustrie etwa zehn Prozent der weltweiten Dieselbrennstoffe.“

Die Energiewende als einzige Lösung

Vor dem Ende der Ressourcen werden Bodenschätze längst zu teuer, um sie zu fördern. Die Konsequenzen für unsere Gesellschaft wären immens, denn sie sind allgegenwärtig: Öl, Gas, Kohle und Uran für die Energiegewinnung, Gold und Diamanten als Wertanlage, Silber für medizinische Geräte, Batterien und Unterhaltungselektronik, Kupfer als unverzichtbarer elektrischer Leiter, Platinmetalle für Katalysatoren, Nickel und Zink als Korrosionsschutz und Elektrizitätsspeicher.

 

Die Energiewende ist die einzige Lösung, sagt Bardi. Die „Energy Transition“ ist mehr als nur Öko-Strom aus Wind und Sonne: „Es geht um einen Wandel in unserer Gesellschaft. Es geht um Wiederverwertungen von Metallen und anderen Bodenschätzen. Und es geht um einen effizienten Umgang mit den endlichen Ressourcen.“

Ölsand-Abbau in Kanada. Jiri Rezac / WWF-UK
Ölsand-Abbau in Kanada. Jiri Rezac / WWF-UK

Gier nach Rohstoffen

Eine Meinung, die auch Eberhard Brandes teilt. „Ich will nicht nur ein Auto, das recyclebar ist, ich warte auf ein recyceltes Auto.“ Der Vorstand des WWF Deutschland mahnte gleichzeitig vor den sozialen Folgen unserer Gier: „Kinder, die unter unerträglichen Bedingungen Metalle aus Bergwerken fördern, die wir für unsere Handys brauchen, darf es nicht mehr geben.“

 

Erst wenn die biologische Vielfalt in die Vollkostenrechnung von Produkten einbezogen werde, erhielte diese ihren wahren Wert. Die Teeb-Studie (The Economics of Ecosystem and Biodiversity) hat ein volkswirtschaftliches Modell entwickelt, in dem der Wert der Natur berücksichtigt wird. Dabei ermittelten Wissenschaftler den Wert von Ökosystemdienstleistungen der Natur nach ökonomischen Kriterien. 

Fracking-Blase löst keine Probleme

„Der geplünderte Planet“ zeichnet ein düsteres Bild und zeigt die Abhängigkeit unserer heutigen Gesellschaft von den Bodenschätzen. „Das Fracking liefert ein sehr gutes Beispiel dafür, was wir Menschen eigentlich tun“, sagt Bardi. Unzählige Bohrungen, Chemikalien und Zerstörung sind notwendig, um in Gesteinsschichten eingeschlossenes Gas an die Oberfläche zu befördern. „Es ist so aufwendig, dieses Gas zu fördern. Fracking ist eine Finanzblase, keine  Lösung.“

Fracking: Giftcocktails in die Venen der Erde für einen kurzen Rausch

„Beim Fracking muss ich unweigerlich an Drogenabhängigkeit denken“, sagt Ian Johnson der Generalsekretär des „Club of Rome und ehemalige Weltbanker. „Wir spritzen einen Cocktail giftiger Chemikalien in die Venen der Erde. Völlig high rufen wir die Energierevolution aus. Nur, die Wirkung lässt immer schneller nach und wir brauchen immer mehr davon, sind bereit jeden Preis zu zahlen, schrecken sogar vor Gewalt nicht zurück. Am Ende zerstören wir nicht nur uns selber, sondern auch gleichzeitig die Lebensgrundlage von uns allen. Unsere Erde.“

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