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Stand: 28.06.2016

Entwicklung von Low Carbon Plänen für Schwellenländer

In der 2009 veröffentlichten Studie „Modell Deutschland - Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“, hat der WWF ein Konzept für Deutschland vorgelegt, das aufzeigt, wie der Ausstoß von Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 95 Prozent (auf der Basis von 1990) reduziert und der entsprechende Ausbau von erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen erreicht werden kann. Zur Erreichung einer nachhaltigen und klimafreundlichen Entwicklung ist es notwendig, weltweit solche Klimaschutzpläne, sogenannte „Low Carbon Pläne“ (LCP) zu entwickeln. Der verstärkte Wissensaustausch und der Aufbau von Kapazitäten vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern ist daher besonders wichtig und trägt dazu bei, die globale Energiewende weiter zu beschleunigen. Dafür setzt sich der WWF im Rahmen seiner Projektarbeit ein.

Der Aufbau von erneuerbaren Energiekapazitäten vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern trägt dazu bei, die globale Energiewende weiter zu beschleunigen © iStock / Getty Images
Globaler Aufbau von erneuerbaren Energiekapazitäten vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern © iStock / Getty Images

1. Projekt „Momentum für eine klimafreundliche Entwicklung in den Philippinen und Kolumbien aufbauen“

gefördert durch die Internationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

 

Laufzeit: April 2012 - Januar 2017

Partnerland: Philippinen und Kolumbien

 

In der philippinischen Projekt-Komponente (wurde im Jahr 2014 abgeschlossen) war das Ziel, nationale und sektorale Pläne für eine kohlenstoffarme Entwicklung bis 2050 zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zum Ausbau von erneuerbaren Energien sowie zur Steigerung von Energieeffizienz zu entwickeln. Das Ergebnis, der Low Carbon Plan (LCP), soll die Grundlagen für die Formulierung ambitionierter Klimaschutzziele für die Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft bilden und in der Öffentlichkeit ein Umdenken hin zur Beschleunigung der notwendigen Energiewende erreichen.

 

In Kolumbien fokussiert das Projekt auf die Umsetzung der nationalen Klimaschutzstrategie. Diese wurde im Jahr 2015 in acht Wirtschaftssektoren aufgeschlüsselt, um einen sektoralen Anreiz zu schaffen, die CO2 Emissionen zu reduzieren und zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung beizutragen. Das Projekt wird sich dem Industrie-Sektor widmen und Potenziale zur CO2-Minderung im Logistik- und Verkehrsbereich systematisch erforschen, testen, und national verbreiten.

 

Der WWF arbeitet sowohl in den Philippinen als auch in Kolumbien eng mit Forschungsinstituten und relevanten Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft und nichtstaatlichen Organisationen zusammen. Das Projekt fördert auch einen Wissens- und Erfahrungsaustausch mit anderen Ländern sowie auf globaler Ebene im Rahmen des UNFCCC Prozesses. Die LCP-Modellierungen sollen zu ambitionierteren Entscheidungen wie angemessenen Zielsetzungen zur Reduktion von fossilen Energieträgern, der Minderung von Treibhausgasemissionen, der Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und dem verstärkten Ausbau von erneuerbaren Energien beitragen. Zusätzlich wird die Vernetzung zwischen Stakeholdern unterschiedlicher Sektoren auf lokaler, nationaler und globaler Ebene durch die Schaffung von Kommunikationsplattformen befördert.

2. Projekt: „Momentum für eine kohlenstoffarme Entwicklung in der Türkei aufbauen“

gefördert durch die Mercator Stiftung

 

Laufzeit: Juli 2014- April 2016

Partnerland: Türkei

 

Die Treibhausgasemissionen in der Türkei haben sich seit 1990 mehr als verdoppelt und die nationalen Pläne zur Energieversorgung basieren weiterhin stark auf fossilen Energieträgern, vor allem auf Kohle. Obwohl das Land ein großes Minderungspotenzial hat, mangelt es am politischen Willen, der Erfahrung, und dem technologischen Fachwissen zur Modellierung und effektiven Umsetzung von kohlenstoffarmen Entwicklungsstrategien.

 

Für das Projekt erstellte ein türkisches Forschungsinstitut potentielle kohlenstoffarme Entwicklungsszenarien, diskutierte diese mit Interessensvertretern aus dem öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Sektor und erarbeitete dann entsprechende Empfehlungen für politische Entscheidungsträger. Die Ergebnisse wurden u.a. in Ankara, Istanbul und Berlin vorgestellt.

 

Zuerst wurde das sogenannte „Carbon Budget“ der Türkei berechnet, d.h. wie viele Treibhausgasemissionen die Türkei noch ausstoßen darf, damit sie ihren Anteil an der Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2° Grad leistet. Dabei wurden die minimale historische Verantwortung und die Entwicklungsbedürfnisse des Landes berücksichtigt. Dann wurde gezeigt, dass die Türkei mit der Umsetzung eines „Klima-Pakets“ ihre Emissionen bis 2030 um 23% reduzieren könnte im Vergleich zu den offiziellen Projektionen.

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