Content Section

Stand: 13.11.2017

UN-Klimakonferenz in Bonn - COP23

Jedes Jahr treffen sich Regierungsvertreter, Organisationen und Aktivisten aus Wirtschaft, Umwelt und Wissenschaft, um bei dem Klimagipfel über die Zukunft unserer Erde zu verhandeln und Lösungen für die globale Erderhitzung zu finden.

2017 kommen ca. 25.000 Teilnehmer in Bonn zusammen, um die Details zur Anwendung des Pariser-Klimaabkommens von 2015 zu verhandeln und konkrete Handlungen daraus abzuleiten. Herauskommen soll dabei ein sogenanntes Regelbuch, das beim nächsten Klimagipfel 2018 in Polen verabschiedet werden soll. Neben den offiziellen Verhandlungen finden sich aber auch rund 500 NGOs aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen, um die Folgen des Klimawandels in Bezug auf Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu diskutieren.

 

Mit dem Beginn der zweiten Woche gehen die Verhandlungen auf Arbeitsebene zu Ende und die Verhandlungen auf Ministerebene beginnen. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Verpflichtungen die Industrieländer vor dem Jahr 2020 eingehen – das Klimaschutzabkommen von Paris formuliert erst Ziele ab dem Jahr 2020. Viele Entwicklungsländer fordern, das Thema zu einem formellen Verhandlungsgegenstand zu machen. Auch Besuch hat sich für diese Woche angemeldet: Der Bundespräsident, die Kanzlerin und der französische Staatspräsident Macron werden erwartet.

Ausstieg aus der Kohle

Auf der Weltklimakonferenz COP23 in Bonn haben am 16. November mehr als 20 Länder und Regionen als sogenannte „Global Alliance to Power Past Coal“ gemeinsam den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung angekündigt. Darunter befinden sich Großbritannien, Kanada und Italien. Zudem sind Bundesstaaten der USA, Provinzen Kanadas und einige Großstädte dabei, sowie die Pazifikinsel Niue. Deutschland ist (noch) nicht dabei, aber durch den Zusammenschluss wird der Druck auf die zukünftige Regierung weiter erhöht. Mehr Informationen

Die Forderungen des WWF

  • Die Klima-Beiträge der Länder müssen an die Ziele von Paris angepasst werden, d.h. die Ambitionen müssen gesteigert werden, um die Ziele noch erreichen zu können.
  • Ein Prozess soll auf den Weg gebracht werden, wie die Beiträge in Zukunft auf diese Lücke hin überprüft werden können (der sogenannte "Talanoa" Dialogue 2018)

  • Die Regeln zur Umsetzung von Paris müssen weiter ausgearbeitet werden, z.B. auch zu den Themen Finanzierung und Anpassung

  • Insgesamt darf sich auch die (neue) Bundesregierung nicht vor ihrer Verantwortung verstecken, sondern muss zeigen, dass die Energiewende und der Klimaschutz auch in Deutschland vorankommen. Dazu gehört der Kohleausstieg und ein Sofortprogramm, wie die deutschen Klimaziele bis 2020 noch erreicht werden können.

Lösungen gegen den Klimawandel

Mit einer konsequenten Umstellung auf erneuerbare Energien und einer verbesserten Energieeffizienz gelingt es, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts soll eine klimaneutrale Gesellschaft entstehen. Die globale Energiewende ist nicht nur nötig, sie ist auch möglich. Mittlerweile wird weltweit mehr in regenerative als in fossile und nukleare Energie investiert. Deutschland hat überdurchschnittlich zur Erderhitzung beigetragen - und kann mit seiner Spitzentechnologie zugleich eine Pionierrolle bei der Begrenzung des Klimawandels übernehmen.

Unterstützung bei Lösungen

Mit innovativen Ansätzen, smarten Lösungen, aber auch mit öffentlichem Druck und Monitoring will der WWF Regierungen in aller Welt unterstützen, damit sie die in Paris beschlossenen Verpflichtungen einhalten können. Denn wenn alle Länder aktiv Klimaschutz vorantreiben, kann die drohende Klimakatastrophe noch abgewendet werden.

Kohleausstieg schaffen

Der Weltklimarat hat Klartext gesprochen. Bis zur Mitte des Jahrhunderts muss der Ausstieg aus der Kohle weltweit geschafft sein - sonst lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels nicht mehr kontrollieren. Der WWF setzt sich deshalb dafür ein, dass der sozialverträgliche und komplette Kohleausstieg in Deutschland spätestens bis 2035 vollzogen ist.

 

Der WWF macht sich aber auch dafür stark, die Energieefffizienz und den Ausbau sauberer Energie zu erhöhen. Deutschland hinkt seiner Ziel, seinen Treibhausgasaustoß bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent zu senken, hinterher. Durch verschiedene Maßnahmen wie Information zur Dringlichkeit und durch Kooperationen mit Unternehmen will der WWF Öffentlichkeit und Politik überzeugen.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken