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Stand: 13.12.2017

UN-Klimakonferenz in Bonn - COP23

Jedes Jahr treffen sich Regierungsvertreter, Organisationen und Aktivisten aus Wirtschaft, Umwelt und Wissenschaft, um bei dem Klimagipfel über die Zukunft unserer Erde zu verhandeln und Lösungen für die globale Erderhitzung zu finden.

2017 kamen ca. 25.000 Teilnehmer in Bonn zusammen, um die Details zur Anwendung des Pariser-Klimaabkommens von 2015 zu verhandeln und konkrete Handlungen daraus abzuleiten. Herauskommen sollte dabei ein sogenanntes Regelbuch, das beim nächsten Klimagipfel 2018 in Polen verabschiedet werden soll. Neben den offiziellen Verhandlungen fanden sich aber auch rund 500 NGOs aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen, um die Folgen des Klimawandels in Bezug auf Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu diskutieren. Dem WWF war es dabei besonderes wichtig, Hilfe bei der Lösungsfindung anzubieten.

 

Mit innovativen Ansätzen, smarten Lösungen, aber auch mit öffentlichem Druck und Monitoring will der WWF Regierungen in aller Welt unterstützen, damit sie die in Paris beschlossenen Verpflichtungen einhalten können. Denn wenn alle Länder aktiv Klimaschutz vorantreiben, kann die drohende Klimakatastrophe noch abgewendet werden.

Ergebnisse der Bonner Verhandlungen

Der Paukenschlag am Ende fehlte, doch das passte zum Gesamtbild: Die COP23 war eine sehr technische Konferenz und damit eine der eher leisen Töne. Dennoch hat sie größtenteils das geliefert, was sie liefern musste. Für das Regelbuch, die Gebrauchsanweisung für das Paris-Abkommen, gibt es nun erste Textentwürfe. Sie bieten eine solide Grundlage für die COP24 in Polen, wenn das Regelbuch fertiggestellt werden soll, auch wenn sich der WWF insgesamt größere Fortschritte gewünscht hätte.

 

Gute Nachrichten brachte der sogenannte Talanoa Dialog: Mit ihm soll im Laufe des nächsten Jahres geprüft werden, wie groß die Lücke noch ist zwischen den bisher gemachten Zusagen zum Klimaschutz und den tatsächlich notwendigen, um das Paris-Abkommens zu erfüllen – um sie dann anzugleichen.

 

Ein besonderer Fokus galt dem Klimaschutz vor 2020 – ein Thema, das besonders den Entwicklungsländern am Herzen liegt, geht es doch auch um frühere Zusagen der Industrieländer zu Klimaschutz und Klimafinanzierung. Die Verhandler brachten in Bonn einen Beschluss auf den Weg, der unter anderem neue Pflichten zur Berichterstattung beinhaltet.

 

Daneben sah die COP23 eine Reihe begrüßenswerter, neuer Initiativen, wie den ersten Gender Action Plan, der die Beteiligung von Frauen im Klimaschutz sicherstellen soll. Besonders in Entwicklungsländern können Frauen durch gezielte Klimafinanzierung einen großen Beitrag leisten z.B. durch Nutzung sauberer Energien zu Hause. Eine Plattform für die lokale und indigene Bevölkerung betont die Rolle Indigener für den Klimaschutz und soll helfen, ihre Rechte gegenüber Entscheidungen der nationalen Regierungen zu verteidigen. Und der sogenannte Oceans Pathway stellt den Zusammenhang zwischen Klimaschutz und gesunden Meeren her und fördert finanzielle Unterstützung für den Meeresschutz.

 

Der WWF war zum ersten Mal mit einem eigenen Pavillon auf der COP vertreten. Im #PandaHub warteten mehr als 50 spannende Events zu Themen wie Meeresschutz, Energie und Landwirtschaft auf die Konferenzteilnehmer. Grund genug, dass selbst politische Schwergewichte wie der französische Präsident Emmanuel Macron und der kalifornische Gouverneur Jerry Brown dem WWF-Pavillon einen Besuch abstatteten.

Ausstieg aus der Kohle

Ebenfalls ein positives Signal: Am 16. November haben mehr als 20 Länder und Regionen als sogenannte „Global Alliance to Power Past Coal“ gemeinsam den Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung angekündigt. Darunter befinden sich Großbritannien, Kanada und Italien. Zudem sind Bundesstaaten der USA, Provinzen Kanadas und einige Großstädte dabei, sowie die Pazifikinsel Niue. Deutschland ist (noch) nicht dabei, aber durch den Zusammenschluss wird der Druck auf die zukünftige Regierung weiter erhöht. Mehr Informationen

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