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Klimakonferenz über dringende Maßnahmen nach 2012

Die erste Verpflichtungsperiode des internationalen Abkommens zum Klimaschutz, das Kyoto-Protokoll, endet mit dem Jahr 2012. Wie es danach weltweit und insbesondere in Europa mit dem Klimaschutz weitergehen wird, ist noch offen. Im schlimmsten Fall passiert nach 2012 gar nichts und wir fallen zurück in die „klimapolitische Steinzeit“ von 1990.

 

Um dies zu verhindern und das Gespräch über eine Zukunft des Kyoto-Protokolls in Gang zu bringen, veranstalteten die Heinrich Böll Stiftung, das Wuppertal Institut und der WWF Deutschland vom 28. bis 29.09.2006 die „KyotoPlus“-Konferenz in Berlin. Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), diskutierten und debattierten 600 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen zu den Themen „Neue Ziele“, „Neue Technologien“ , „Neue Politik“ und  „Neue Allianzen, Akteure und Aktionsformen“.

 

Der WWF brachte als besonderen Schwerpunkt den Bereich „Finanzsektor“ ein. Noch ist die Bedeutung von CO2-Emissionen vielen Unternehmen für ihren Unternehmenswert nicht bewusst, dabei bergen sie große Risiken. Von Seiten der einzelnen Unternehmen müssen deshalb dringend Maßnahmen ergriffen werden wie beispielsweise die Berücksichtigung von CO2 in Risikomanagementprozessen und Investmentauswahl oder ganz konkret die Reduktion von CO2.

 

Auch auf dem Finanzmarkt wird der Einfluss von CO2 noch zu wenig berücksichtigt – unter anderem, weil Informationen über den CO2-Ausstoß von Unternehmen bisher wenig zugänglich sind.

 

Mit den Klimazeugen Georg Sperber und Peter Triloff zeigte der WWF in Berlin die – auch in Deutschland – bereits durch den Klimawandel stattfindenden Veränderungen auf und machte sie anschaulich. Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um die durchschnittliche globale Erwärmung noch unter 2 Grad Celsius zu halten. Nur dann können die Auswirkungen des Klimawandels in einem erträglichen Rahmen gehalten werden.

 

„Auf dem Weg nach 2012“ zeigte sich auch, dass neben den auf der Konferenz vertretenen Akteuren wie den Nichtregierungsorganisationen und der Politik die Wirtschaft noch mehr ins Boot geholt werden muss. Deren geringe Präsenz auf der Konferenz demonstrierte, wie viel Diskussions- und Überzeugungsarbeit in diesem Gebiet noch geleistet werden muss.

 

Beim abschließenden „Night Talk“ mit Jürgen Trittin, Sven Giegold (Attac), Brigitte Behrens (Greenpeace), und Prof. Dr. Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, PIK) wurde aber auch erneut auf die Verantwortung der Politik verwiesen, angemessene und anspruchsvolle Rahmenbedingungen zu setzen, um die Reduktion von Treibhausgasen insbesondere für die Wirtschaft attraktiv zu machen.

 

„KyotoPlus – Wege aus der Klimafalle“ war eine gelungene und ambitionierte Konferenz, die in der aktuellen Situation in der Klimapolitik deutlich machte, wo vor allem in den beiden nächsten Jahren Kooperationen geschlossen und Maßnahmen ergriffen werden müssen. WWF-Klimaexpertin Regine Günther forderte deshalb von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sich im Rahmen der deutschen EU-Rats- und G8-Präsidentschaft in 2007 für ambitionierte Klimaschutzziele einzusetzen. Für die EU würde das eine Reduktion der CO2-Emissionen um 30 Prozent bis 2020 (zum Vergleichsjahr 1990) bedeuten. In Deutschland müssten dann 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Ein ambitioniertes Ziel, das aber durch die Umstellung des Energiemixes und intensivere Energieeffizienzmaßnahmen realisierbar ist.

   
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