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2007 - Bali, Indonesien

Kompromiss mit wenig Substanz

Das Ergebnis der UN-Klimakonferenz auf Bali

Nach dramatischen Verhandlungen endete der UN-Klimagipfel in Nusa Dua auf der indonesischen Insel Bali mit einem Kompromiss.  Die Delegierten aus über 190 Ländern einigten sich darauf, offiziell über ein Anschlussabkommen für das Kyoto-Protokoll zu verhandeln. Der WWF begrüßt, dass bis 2009 ein Anschlussabkommen für die Zeit nach 2012 stehen muss. Mit diesem Mandat steht zumindest der politische Rahmen, der die Richtung für die Verhandlungen vorgibt.

 

Enttäuschend ist jedoch, dass vor allem auf Betreiben der USA im Abschlussdokument von Bali keine konkreten Reduktionsverpflichtungen für die Industrieländer festgelegt wurden. „Der Gipfel hat gezeigt, dass die Kluft zwischen Wissen und tatsächlichem Handeln in der Klimapolitik noch immer groß ist“, kommentierte Regine Günther, Leiterin des Bereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Die internationale Staatengemeinschaft hatte bis zur letzten Minute die USA als Klotz am Bein, deshalb ist man leider nicht weitergekommen.“

 

Der WWF war auf Bali mit einer internationalen Delegation vertreten, um darauf zu dringen, dass am Ende Inhalt und Fahrplan weiterer Verhandlungen für ein globales Klimaschutzabkommen stehen und so die Chance gewahrt bleibt, die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch zu verhindern.  Das machte Regine Günther auch beim Empfang des deutschen Umweltministers Sigmar Gabriel zu Beginn der zweiten Verhandlungswoche deutlich.

 

Sie überreichte ihm einen Brief, der die Unterschrift von mehr als 4.500 Menschen trug. Darin wurde der Minister nicht nur dazu aufgefordert, sich in Bali für eine zweite Verpflichtungsperiode des völkerrechtlich verbindlichen Kyoto-Protokolls zum Schutz des Klimas, sondern auch gegen den Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland einzusetzen. Nur so könne Deutschland glaubwürdig eine Vorreiterrolle im internationalen Klimaschutz einnehmen. Der WWF hatte die Unterschriften in den Wochen vor der UN-Konferenz per E-Mail-Aktion und auf den Straßen in Berlin gesammelt. Gleichzeitig verlangten als riesige Schnecken verkleidete WWF-Aktivisten von den versammelten Regierungen, nicht weiter im Schneckentempo zu verhandeln.

 

Dass die Zeit des Bremsens und Verzögerns im Kampf gegen den Klimawandel endgültig vorbei ist, hat der WWF auf Bali durch mehrere Veröffentlichungen und Aktionen gezeigt. In der ersten Woche präsentierte die Umweltstiftung eine Studie über den Amazonasregenwald, wonach sich dort Waldzerstörung und Klimawandel gegenseitig verstärken, so dass bis 2030 55 Prozent des Gebiets Feuer, Dürre und Holzeinschlag zum Opfer gefallen sein könnten. Mitte der zweiten Woche machten die Aktivisten auf das Schicksal der antarktischen Pinguine aufmerksam, deren Lebensraum sich schneller erwärmt als andere Erdteile und denen daher das Eis unter den Füßen wegschmilzt.

   
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