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WWF zu den Ergebnissen von Cancún: "Es geht also doch"

Die nächste Weltklimakonferenz in Durban muss zeigen, dass sich der positive Trend fortsetzt

Die Klimaverhandlungen in Cancún sind am 11. Dezember 2010 zu Ende gegangen. Die Regierungen haben sich im Vorlauf zur entscheidenden Klimakonferenz in Durban (Südafrika) im kommenden Jahr zu einer Reihe von Beschlüssen verpflichtet.


Die Ergebnisse von Cancún kommentiert Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik der Umweltstiftung WWF: "Die internationale Gemeinschaft hat bewiesen, dass sie doch in der Lage ist, gemeinsam wichtige Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten. Mit der Übereinkunft von Cancún wurde eine gute Grundlage für die kommenden Klimaverhandlungen in Südafrika gelegt. Jetzt liegt der Ball wieder im Feld der einzelnen Staaten, die Beschlüsse durch entschiedenes Handeln mit Leben zu füllen. Dies bedeutet für die EU, schnellstmöglich die CO2-Reduktionsziele bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen." 

© Richard Stonehouse / WWF-Canon
Klimakonferenz der UN. © Richard Stonehouse / WWF-Canon

 

Der WWF begrüßt besonders, dass die Industrieländer verpflichtet wurden, Pläne zu entwickeln, ihre Volkswirtschaften fast CO2-frei umzubauen ("Dekarbonisierung").

 

Gleichwohl ist die Übereinkunft von Cancún aus Sicht des WWF nicht perfekt. Für einen umfassenden rechtlich verbindlichen Vertrag mit den notwendigen Maßnahmen, um die globale Erwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten, muss auf dem Weg zur nächsten Klimakonferenz noch sehr viel Arbeit geleistet werden.  

  
"Cancún ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Möglich war dieser Erfolg dank der hervorragenden Verhandlungsführung der mexikanischen Konferenzpräsidentin und durch den Einigungswillen der meisten Staaten. Der Multilateralismus wurde durch die Cancún-Kompromisse gestärkt. Es geht also doch", so WWF-Klimachefin Regine Günther.


Vom 28. November bis 9. Dezember 2011 findet die nächste Weltklimakonferenz (COP 17) in Durban, Südafrika statt. Hier muss die Staatengemeinschaft beweisen, dass sie willens ist, gemeinsam weiter voranzuschreiten. Bei der Konferenz in Durban wird vor allem die Frage der zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls eine herausragende Bedeutung haben. Der WWF fordert, dass die Industrieländer sich frühzeitig in Durban für die zweite Verpflichtungsperiode aussprechen, da die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls Ende 2012 ausläuft.


Darüber hinaus ist es wichtig, dass in Durban ein Mandat für weitere Verhandlungen hinsichtlich eines Nachfolgeabkommens der internationalen Staatengemeinschaft beschlossen wird. Ergebnisse müssen auch in den Themenbereichen Emissionsminderungen, Finanzierung, Anpassungsmaßnahmen, vermiedene Entwaldung und Waldschädigung in Entwicklungsländern (REDD+) sowie dem Kontroll- und Berichtswesen (MRV) und Technologie erreicht werden.


Bei der Frage der Finanzierung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sollte sowohl die Implementierung des globalen Klimafonds (Green Climate Fund) sichergestellt werden als auch ein klares Zeichen von Seiten der Vertragsstaaten bezüglich innovativer Finanzierungsinstrumente, wie z.B. ein Emissionshandels- oder Abgabensystem für die Verbrennung der klimaschädlichen Schiffsdiesel-Treibstoffe („Bunkers“), festgeschrieben werden.

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