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Klimagipfel Durban: Enttäuschendes Ergebnis

Treibhausgase verbindlich reduzieren und damit die globale Erwärmung auf unter 2°C begrenzen – das war die Herausforderung an die Delegierten des Weltklimagipfels

Im vergangenen Jahr wurde so viel Kohlendioxid ausgestoßen wie niemals zuvor. Deshalb ist es höchste Zeit zu handeln: Die UN-Klimakonferenz 2011 sollte konkrete Perspektiven für eine verbindliche Klimaschutzpolitik liefern. Doch das Ergebnis von Durban ist nach mehr als zweiwöchigen Verhandlungen enttäuschend.

 

Das Ergebnis reicht nicht aus, den durch den Klimawandel ausgelösten Bedrohungen für Mensch und Natur zu begegnen. Es wurde die Chance verpasst, einen starken Fahrplan zu verabschieden, der den globalen Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius begrenzen könnte, so das ernüchternde Fazit des WWF.

 

Die Beschlüsse sind reine Formelkompromisse. Es klafft nach wie vor ein immenser Abgrund zwischen den dringend notwendigen Maßnahmen und dem politischen Willen. Bei den Beschlüssen zur zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls blieb offen, wie die zahlreichen Schlupflöcher geschlossen werden sollen und welche Laufzeit diese Periode haben wird.

 

Um was ging es in Durban?

Der Welt-Klimagipfel vom 28. November bis 11. Dezember in Durban war die 17. Konferenz von mehr als 190 Vertragsstaaten (COP), um den weltweiten Klimaschutz weiter voranzubringen.

 

Ende 2012 läuft die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls aus, es ist höchste Zeit sich auf eine zweite Verpflichtungsperiode zu einigen. In Durban muss darüber geredet und müssen Ergebnisse erzielt werden.

 

Die Verpflichtungserklärungen des Kyoto-Protokolls begrenzen jedoch nur die Emissionen der Industrieländer – und auch nur derjenigen, die dem Kyoto-Protokoll zugestimmt haben. Zur Rettung des Weltklimas reicht das nicht. Seit den ersten UN-Klimaverhandlungen vor fast zwei Jahrzehnten hat sich viel getan. Zu den Staaten mit den größten Emissionen zählen neben den USA auch China, Indien, Indonesien, Russland und Brasilien. Klar ist: Auch diese Länder müssen einen Beitrag leisten. Wie dieser genau aussehen wird, darüber gilt es noch zu verhandeln.

 

Der Klimaschutz braucht Verpflichtungserklärungen auf einer möglichst breiten Basis.

 

Der WWF fordert:

  • Das Kyoto-Protokoll ist die bislang einzige Vereinbarung, die Emissionen absolut begrenzt. Es gilt aber nur noch bis 2012. Deshalb sollen sich möglichst viele Staaten für eine zweite Periode des Kyoto-Protokolls verpflichten.
  • Das Kyoto-Protokoll haben bislang nicht alle Industrieländer unterzeichnet. Deshalb befürworten wir einen globalen Klimaschutzvertrag. Wir erwarten ein Mandat für Verhandlungen zu einem neuen, rechtlich bindenden Klimaabkommen aller Staaten inklusive der Schwellenländer bis 2015.
  • Alle auf den vorherigen Klimakonferenzen in Cancún und Bali beschlossenen Maßnahmen sollen umgesetzt werden. Ergebnisse müssen u. a. bei Emissionsminderungen, Maßnahmen für Anpassungen sowie gegen Entwaldung in Entwicklungsländern erreicht werden. Zudem müssen die Industrieländer sagen, wie sie zu den versprochenen 100 Milliarden Dollar p.a. in 2020 kommen werden, die sie u.a. in einen Klimafonds für Entwicklungsländer einzahlen wollen.
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