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Vereint das Dach der Welt retten

Der Klimawandel bedroht die sensible Artenvielfalt des östlichen Himalaja. Die Anrainerstaaten Indien, Bhutan, Nepal und Bangladesch wollen in Zukunft nur noch gemeinsam an Lösungen arbeiten, durch den Climate Summit for Living Himalayas.

© RIB / WWF
© RIB / WWF

Der Himalaja gilt als das Dach der Welt. Kein anderes Gebirge besitzt höhere Gipfel, nirgendwo sonst ragt die Erde weiter in den Himmel. Dort, wo die indische und die eurasische Platte aufeinander prallen, hat sich eine unvergleichliche biologische Vielfalt herausgebildet. Über 10.000 verschiedene Pflanzenarten, über 300 Säugetierspezies, eine beispiellose Anzahl von Vögeln, Insekten, Reptilien und Fischen hat hier ihre Heimat. Noch. 

 

Denn nicht einmal diese gewaltigen Wände aus Fels und Eis werden die sensible Region vor den drohenden Auswirkungen des Klimawandels bewahren können.

Die Zukunft ist gemeinsame Sache

Die vier an den östlichen Himalaja grenzenden Nationen Indien, Bhutan, Bangladesch und Nepal haben aus diesem Grund einen bemerkenswerten Deal geschlossen. In der bhutanischen Hauptstadt Thimphu haben sie sich dazu verpflichtet, in Zukunft nur noch gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. So wollen sie sich vor den Folgen der klimatischen Veränderungen schützen. Diese Vereinbarung  gilt als wegweisend für die Weltklimakonferenz (COP 17), die seit dem 28. November im südafrikanischen Durban stattfindet.

 

„Der drohende Klimawandel übt einen gewaltigen Druck auf den östlichen Himalaja aus“, erklärte Dr. Pema Gyamtsho,  der bhutanische Landwirtschaftsminister. Dieser regionale Rahmenvertrag sei von herausragender Bedeutung, da nun gemeinsam an nachhaltigen Lösungsmöglichkeiten gearbeitet würde.  „Diese Kooperation verbindet die Expertise der verschiedenen  Regierungen, der Bevölkerungen  und der Umweltschutzorganisationen. Wir müssen handeln, um die drohende Wucht der klimatischen Veränderungen noch stoppen zu können.“

© RIB / WWF
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Zusammenarbeit bei vier formulierten Kernthemen

Im Rahmen des so genannten „Climate Summit for Living Himalayas“ wurden insgesamt vier Kernthemen definiert: der Schutz der Artenvielfalt, die Sicherung der natürlichen Süßwasservorräte, die Sicherstellung von Nahrung als Existenzgrundlage und die Nachhaltigkeit der Energieversorgung auf der Grundlage von alternativen Technologien.

 

Der östliche Himalaja gilt als eine wahre biologische Fundgrube. Der WWF veröffentlichte im Jahr 2009 einen Report, der über die Neuentdeckung von über 350 Arten berichtet. Auch der Schneeleopard, der Asiatische Elefant, der Bengal-Tiger, das Panzernashorn und der Rote Panda haben hier ihr Zuhause.


Schneeleoparden als Indikator für eine intakte Umwelt

„Schneeleoparden sind wertvolle Indikatoren für eine intakte Umwelt“, sagte Tariq Aziz, der Leiter der WWF Living Himalayas Initiative. „Verringert sich ihr Bestand in bestimmten Regionen, ist das auch ein Zeichen für die Gefährdung der jeweiligen Gebiete. Es gibt derzeit weltweit nur noch etwa 6.500 dieser Katzen, davon im Himalaja höchstens 3.000. Nun sind Indien, Bhutan und Nepal in der Verantwortung, die Zukunft dieser Tiere für den gesamten östlichen Himalaja zu sichern.“

 

Wie sich gerade der östliche Himalaja zu einer solchen Fundgrube biologischer Vielfalt entwickelte, erklärt WW-Artenschutzexperte Stefan Ziegler: „Das ganz besondere an diesem Gebiet ist das extreme Relief. Die Erde geht hier quasi von Meereshöhe auf über 8.000 Meter hinauf. In den verschiedenen Höhenstufen haben verschiedene Arten ihre ökologischen Nischen gefunden.“

Schneegrenze hoch, Gletscher weg. © Rainer Lattemann / WWF
Schneegrenze hoch, Gletscher weg. © Rainer Lattemann / WWF

Steigende Schneegrenzen und sich verschiebende Klimazonen

Die Erderwärmung hätte dort katastrophale Folgen: „Wenn die Schneegrenze steigt, verschieben sich die Klimazonen und die Arten weichen in die Höhe aus. Irgendwann geht es aber nicht weiter nach oben“, sagt Ziegler. „Hinzu kommt: Mit dem Anstieg der Schneegrenze dringen auch die Menschen weiter in die sensiblen Lebensräume der Tiere ein.“

 

Gleichzeitig drohen die gigantischen Gletscher zu schmelzen – mit direkten Folgen für das Klima sowie Menschen und Tiere. „Die Regenfälle werden zunehmen, die Amplituden der Regendauer und Regenmenge ausgeprägter. Es drohen kurzfristig Überschwemmungen und auf Dauer Wassermangel.“


Der WWF begrüßt das Abkommen

WWF-Experte Ziegler begrüßt das Abkommen: „Die indische Volkswirtschaft wächst rasant und steuert derzeit auf eine Energiekrise zu, wenn sie nicht auf erneuerbare Energieträger setzt. Bislang hatte Indien eine recht ambivalente Haltung zum Umweltschutz. Auf der anderen Seite steht mit Bangladesch das Armenhaus der Welt, das vom Klimawandel direkt betroffen wird, wenn sich der Meeresspiegel weiter erhöht. Diese Staaten stehen vor gewaltigen Aufgaben. Dieses Abkommen ist deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ 

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