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Stand: 21.07.2016

Erneuerbare und fossile Energien im zukünftigen Energiemix

Eine Schlüsselrolle zur Erreichung der klimaschutz- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung spielt der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung sowie im Verkehrs- und Wärmesektor. Die Zielsetzungen des Energiekonzeptes 2010/11 unterstützt der WWF dabei als absolutes Mindestmaß des klimaschutz- und energiepolitisch Notwendigen. Das Klimaschutzabkommen von Paris ist ein klarer Auftrag, die nationalen Anstrengungen für Klimaschutz zu erhöhen und eine vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung bis Mitte des Jahrhunderts zu erreichen.

Erneuerbare Energien aus Windkraft © iStock / Getty Images
Erneuerbare Energien aus Windkraft © iStock / Getty Images

Dynamische Transformation des Energiesystems

Den Ausbau der erneuerbaren Energien dynamisch voranzutreiben und gleichzeitig die Erzeugung aus konventionellen und nuklearen Energieträgern schrittweise zu beenden stellt die größte Herausforderung der Energiewende dar. Der WWF ist überzeugt davon, dass es möglich ist, diese Transformation des Energiesystems im Einklang mit der Umwelt und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort zu gestalten und weiterhin eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig muss bis spätestens 2035 der Ausstieg aus der Kohleverstromung erfolgen, vorrangig aus Klimaschutzgründen, aber auch um allen beteiligten Akteuren Planungssicherheit zu ermöglichen und Strukturbrüche zu vermeiden. 

 

In der Übergangsphase brauchen wir jedoch einer Absicherung durch flexible und emissionsarme Kapazitätsoptionen. Denn es gilt auch dann eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint und Speichertechnologien noch nicht marktreif sind.

Reformierung des Strommarktes

Der WWF fordert den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung © iStock / Getty Images
Der WWF fordert den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung © iStock / Getty Images

Deshalb muss der Strommarkt entsprechend reformiert und den neuen Herausforderungen der Energiewende angepasst werden. Gegenwärtig wird der Preis für Strom an der Börse durch die Grenzkosten der teuersten produzierenden Erzeugungseinheit festgelegt, hauptsächlich in Abhängigkeit der jeweiligen Brennstoffkosten. Die Erneuerbaren produzieren aber zu Grenzkosten nahe Null am Markt, da Wind und Sonne kostenlos sind.

 

Auch deshalb wird es für konventionell erzeugten Strom immer schwieriger, sich bei wachsenden Anteilen erneuerbaren Stroms am Strommarkt zu refinanzieren. Es bedarf daher neben der Vergütung erzeugten Stroms auch eines komplementären Marktinstrumentes, das explizit die Vergütung emissionsarmer und flexibel einsetzbarer Kapazitätsoptionen zur optimalen Ergänzung der fluktuierenden Einspeisung der erneuerbaren Energien vorsieht. Der WWF hat hierzu das Modell eines fokussierten Kapazitätsmarktes in die Debatte eingebracht. Damit sollen nur jene Kapazitätsoptionen einen Anspruch auf Vergütung haben, die die Transformation des Energiesystems ideal ergänzen, indem kosteneffizient Versorgungssicherheit gewährleistet und die Emissionen reduziert werden.

WWF Kernforderungen

  • Die bisherige Dynamik im Ausbau der erneuerbaren Energien sowie eine breite Akteursbasis (Stichwort Bürgerenergie) sollen beibehalten werden. Der WWF fordert einen dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien und eine deutliche Anhebung der Ausbauziele. Es gilt weiterhin eine breite Akteursbasis beizubehalten.
  • Die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien müssen gerechter auf alle Verbrauchergruppen verteilt werden. Insbesondere die weitgehenden Befreiungen der energieintensiven Industrien von der Zahlung der EEG-Umlage sind dringend reformbedürftig. Sinnvoll wäre es, nur solche Unternehmen von der Zahlung der EEG-Umlage zu privilegieren, die eine hohe Stromkostenintensität nachweisen können und im internationalen Wettbewerb stehen.
  • Es bedarf des schnellstmöglichen Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung und eines gesellschaftspolitischen Konsens für einen schrittweisen und verbindlichen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2035. So kann allen Beteiligten Planungssicherheit ermöglicht und schmerzhafte Strukturbrüche vermieden werden.
  • Ein hohes Maß an Versorgungssicherheit muss weiterhin gewährleistet sein. Dafür bedarf es eines neuen Strommarktdesigns, das die explizite Vergütung für die Bereithaltung flexibler und emissionsarmer Kapazitätsoptionen vorsieht.
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