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Stand: 21.07.2016

Klimaschutz zu Hause - ein Klimaneutraler Gebäudebestand für Deutschland

Energieeffizienz ist ein wichtiger Schlüssel zum Gelingen der Energiewende. Bis 2050 wird Deutschland seinen Energieverbrauch halbieren, wenn wir bei Klimaschutz und Energiewende erfolgreich sind. Dem Bereich Energieeffizienz von Gebäuden kommt dabei eine besondere Rolle zu. Die energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden und energieeffizientere Neubauten sind wichtige Schritte, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen.

Ziele Energieeffizienz: Primärenergieverbrauch Ziele Energieeffizienz: Beitrag des Gebäudesektors
2020 - 20 Prozent - 20 Prozent Wärmebedarf (1)
2050 - 50 Prozent - 80 Prozent Primärenergieverbrauch
Mit energetischen Sanierungen wären 80 bis 90% Energieeinsparung erreichbar © iStock / Getty Images
Mit energetischen Sanierungen wären 80 bis 90% Energieeinsparung erreichbar © iStock / Getty Images

Millionen Gebäude in Deutschland müssen energetisch saniert werden

Die technischen Möglichkeiten für das Erreichen dieser Ziele im Gebäudesektor sind gegeben. Die meisten Gebäude in Deutschland, darunter ca. 18 Millionen Wohngebäude sind vor Inkrafttreten der ersten Wärmeschutzverordnung gebaut. Würden solche Gebäude auf den Stand der heutigen Technik modernisiert – Dämmung, neue Fenster, moderne Heizungsanlage – könnten in der Regel 60 bis 70 % des Energiebedarfs eingespart werden. Mit ambitionierten, umfassenden energetischen Sanierungen unter Verwendung der fortschrittlichsten technischen Lösungen wären sogar 80 bis 90 % Energieeinsparung erreichbar. Bei Neubauten lassen sich hohe energetische Standards einfacher verwirklichen. So sind inzwischen Passivhäuser Stand der Technik. Ihr Heizenergiebedarf ist weniger als 5 % des durchschnittlichen Heizenergiebedarfs unsanierter älterer Häuser.

 

Die Umsetzung dieser Möglichkeiten kommt allerdings nur schleppend voran. Die Sanierungsrate in Deutschland liegt bei unter 1% und müsste mindestens verdoppelt werden. Zahlreiche Neubauten erfüllen nur die Mindestanforderungen an Energieeffizienz und müssten noch vor 2050 energetisch saniert werden, wenn das Ziel eines weitestgehend klimaneutralen Gebäudebestands in 2050 erreicht werden soll.

Zu wenig Regelung und Förderung von Sanierungsprojekten

Zahlreiche Neubauten erfüllen nur die Mindestanforderungen an Energieeffizienz © iStock / Getty Images
Zahlreiche Neubauten erfüllen nur die Mindestanforderungen an Energieeffizienz © iStock / Getty Images

Der Staat tut zu wenig, um die Umsetzung zu befördern. Mindestanforderungen für Neubauten sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Zum Erreichen der Klimaschutzziele sind die Vorschriften der EnEV jedoch unzureichend. Letztlich setzt die Bundesregierung bei der Erreichung der Klimaschutzziele im Gebäudebereich auf das Engagement der Bürger und Unternehmen, die freiwillig und pro-aktiv zu klimaschutzrelevanten Energieeffizienzstandards bauen und sanieren. Dafür kann man Förderung in Anspruch nehmen, zum Beispiel über die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Allerdings ist die seit Langem sowohl von Umwelt- als auch von Unternehmensverbänden geforderte steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen bislang ausgeblieben.

 

Der WWF Deutschland fordert eine Anhebung der regulatorischen Anforderungen auf ein Niveau, welches den Zielen entspricht. Gleichzeitig setzt sich der WWF Deutschland dafür ein, dass die Vorteile eines freiwilligen Engagements für energieeffiziente Gebäude von Bürgern und Unternehmen besser erkannt und realisiert werden können. Deshalb beteiligte sich der WWF Deutschland am Projekt „effin – Finanzforum für Energieeffizienz im Gebäude“. Im Rahmen des Projektes wurde in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen nach innovativen Businessmodellen gesucht, um energetische Gebäudesanierungen zu erleichtern.

Der WWF setzt sich ein für:

  • Anhebung der gesetzlichen Vorschriften für Energieeffizienz im Gebäude in Einklang mit den langfristigen Klimaschutzzielen 
  • Verstärkte Förderung der energetischen Sanierung, um eine Verdopplung der Sanierungsaktivitäten zu ermöglichen 
  • Erhöhte Transparenz auf dem Energieeffizienzmarkt, damit sinnvolle Maßnahmen einfacher erkannt werden

(1) Zum Wärmebedarf kommen noch die Energieverluste durch den Wirkungsgrad der Heizungsanlage hinzu. Somit wird durch Reduzierung des Wärmebedarfs um -20% eine deutlich größere Einsparung an Primärenergie erzielt. Die Bundesregierung plant, dass der Gebäudebereich einen überdurchschnittlich hohen Beitrag zur Erreichung der Energieeffizienzziele für 2020 leistet.

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