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Kommentar zum heute vorgestellten Weltbank-Klima-Report

19. November 2012

WWF: Weltbank hat Hebel selbst in der Hand

© ESA, T. Reiter / WWF

Die Weltbank warnt vor den verheerenden Folgen der Erderwärmung. Wenn die Versprechen zum Kampf gegen den Klimawandel nicht eingehalten werden, könnte die Erderwärmung bereits in den 2060er Jahren laut Weltbank-Studie vier Grad Celsius betragen. In der Folge gefährden Hitzewellen, Missernten und Sturmfluten die globale Ernährungssicherheit. Hunderte Millionen von Menschen könnten von einem Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein. Die Weltbank rief alle Regierungen dazu auf, alle Subventionen für fossile Brennstoffe in Zukunft für alternative Energien bereit zu stellen, um so zur Senkung der Treibhausgase beizutragen. Eine vier Grad Welt könne und müsse unbedingt vermieden werden.  

Der WWF begrüßt, dass die Weltbank mit dieser Publikation klar die Bedrohungen einer durch Menschen verursachten Erderwärmung in der Größenordnung von vier Grad thematisiert. Jedoch habe die Weltbank selbst einen Hebel in der Hand, den sie bisher nicht kraftvoll genug einsetze. Sie müsse die Konsequenzen aus ihrer Studie ziehen und umfassend in die eigene Kapital- und Finanzierungsbereitstellung integrieren. Ziel müsse eine genaue Prüfung der Klimawirksamkeit und -verträglichkeit aller Projekte sein, für die die Weltbank Gelder zur Verfügung stelle. Die bestehenden Standards sind nach Meinung des WWF nicht ansatzweise ausreichend.

„Der Weltbank-Report stellt klar heraus was zu tun ist. Doch nun muss die Weltbank dringend selbst Hand anlegen. Im gesamten Kapitalmarkt spielen Treibhausgasemissionen bei Investitions- und Finanzierungsentscheidungen kaum eine Rolle. Dabei wären solche Kriterien ein entscheidender Hebel, um klimafreundliche Projekte voranzutreiben, “ sagte Matthias Kopp vom WWF Deutschland. Die Naturschutzorganisation sieht eine globale Erwärmung von zwei Grad als maximale Schwelle, um die Folgen des Klimawandels beherrschbar zu halten.