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Industrie: Mehr Leistung mit weniger Emission

Der Übergang in eine nahezu CO2-freie Wirtschaft geht keineswegs mit einer „Rückkehr in die Steinzeit“ einher, sondern führt zu einer Modernisierung der deutschen Industrie. Es kommt zu einem Strukturwandel hin zu energie- und ressourceneffizienteren Industrien  Dabei bleibt der Maschinenbau die deutsche Leitindustrie.  

© WWF
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Die deutsche Industrie wird in vielen Sektoren von der Veränderung der Nachfrage in Richtung CO2-arme oder -freie Produkte profitieren. Die Entwicklung von neuen Werkstoffen z.B. aufgrund der hohen Nachfrage nach Hochleistungs-Wärmedämmstoffen, hilft der Glas, Keramikindustrie sowie der Spezialchemie- und Kunststoffbranche. Die Industrie wird bis 2050 um 20 Prozent wachsen. Das bedeutet für die Bundesbürger: Ein klimafreundliches Wirtschaften in Deutschland ist möglich, ohne den Wohlstand zu schmälern.  


Der Umbau der Industrie schafft sogar neue Chancen: Eindeutige Gewinner werden die Branchen sein, die den Wandel zu innovativen CO2-armen Produkten und Fertigungsweisen frühzeitig beginnen. Sie könnten ihre Energieeffizienz in der Produktion stark verbessern und somit – trotz einem zu Grunde gelegten Anstieg der Gesamtproduktion – ihren Energieverbrauch um mehr als 50 Prozent reduzieren.  


Die direkten CO2-Emissionen des Industriesektors werden bis zum Jahr 2050 von 101 (2005) auf 36 Millionen Tonnen schrumpfen. Zwei Drittel dieser Emissionen können durch eine verbesserte Energieeffizienz eingespart werden. 


Der Anteil erneuerbarer Energien und emissionsfreier Energieträger (Fern- und Nahwärme, Strom) am gesamten Endenergiebedarf sollte bis 2030 auf etwa 60 Prozent und bis 2050 auf 90 Prozent steigen. Noch notwendige CO2-intensive Industrien wie etwa die Stahl- oder Zementbranche sollten bis zum Jahr 2050 nur noch mit CO2-Abtrennung und -Speicherung (CCS) betrieben werden 

So packen wir das

  • Die Emissionen aus Industrieprozessen werden verpflichtend mittels CCS-Technologie abgeschieden und gespeichert
  • Gezielte Investitionen in Innovationen verdreifachen die Energieproduktivität
  • Der Emissionshandel und ein zu schaffender Energieeffizienzmarkt setzen Anreize zur Energieeinsparung

Modell Deutschland

Um die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, müssen Industrienationen wie Deutschland ihren Ausstoß an Treibhaus- gasen  bis zum Jahr 2050 auf fast null senken.


Was heute noch unwahrscheinlich klingt, ist  machbar: Die vom WWF in Auftrag gegebene Studie „Modell Deutschland – Klimaschutz bis 2050. Vom Ziel her denken“ zeigt technisch mögliche und wirtschaftlich bezahlbare Wege in eine kohlenstoffarme Zukunft und benennt die notwendigen politischen Maßnahmen.

Stromversorgung: Erneuerbare Energien spielen die Schlüsselrolle

Modell Deutschland zeigt, dass nur mit dem dramatisch verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien der Umbau zu einer klimafreundlichen Zukunft gelingen kann. Der Verbrauch an fossilen, konventionellen Energieträgern geht stark zurück. Dadurch werden die CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung – in Deutschland der größte Verursacher von Treibhausgasen - zwischen 2005 und 2050 um 96 Prozent von 323 auf 14 Millionen Tonnen sinken. Dies ist möglich, obwohl am Ausstieg aus der Atomenergie festgehalten wird.  


Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Stromnachfrage aufgrund einer immer effizienteren Nutzung von Energie in Haushalten, der Industrie und bei Handel und Gewerbe bis 2050 um ein Drittel auf 405 Terawattstunden TWh sinkt. Die Spitzenlast in Deutschland reduziert sich von 84 GW (= 84 Millionen Kilowatt) im Jahr 2005 auf 54 GW 2050  


Können erneuerbare Energien nicht in der gewünschten Geschwindigkeit zum Einsatz kommen, könnten konventionelle Kohlekraftwerke ab 2025 mit der CCS-Technik zur Abtrennung und Speicherung von CO2 im Einsatz sein. Dann reduziert sich der Kohlendioxid-Ausstoß der Stromerzeugung immerhin noch um 93 Prozent auf 23 Millionen Tonnen. 


Ohne CCS leisten erneuerbare Energien 339 TWh im Jahr 2050, das entspricht 84 Prozent der Stromerzeugung.  Laufen Kohlekraftwerke mit CCS weiter, werden Wind, Sonne und Co. im Jahr 2050 lediglich 243 TWh Strom erbringen, das entspricht etwa 66 Prozent der insgesamt erzeugten Strommenge.

So packen wir das

  • Der Bau von Kohlekraftwerken unterliegt einem Moratorium, solange diese nicht mit der Technologie der CO2-Abscheidung  und -speicherung (CCS) ausgestattet werden können.
  • Das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird mit Vorrangregelung für die  erneuerbaren Energien weiter entwickelt.
  • Die Stromspeicherkapazitäten werden um das Sechsfache ausgebaut, um die Versorgungsschwankungen von Erneuerbaren Energien auszugleichen.
  • Es wird ein Investitionsprogramm für eine neue Infrastruktur (z.B. intelligente Stromnetze) aufgelegt.
  • Es bleibt beim Ausstieg aus der Atomenergie.
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