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Stand: 20.07.2016

Unternehmerisches Klimareporting

Der Klimawandel wird für Unternehmen zunehmend zum Geschäftsfaktor. Die gesellschaftliche Reaktion auf den Klimawandel führt zu Veränderungen politischer Rahmenbedingungen sowie von Märkten und Kundenerwartungen. Auch die Entwicklung von Energie- und Rohstoffkosten sowie der Struktur der Energieversorgung ist durch den Klimawandel betroffen. Für Unternehmen bergen diese Veränderungen Risiken, aber auch neue Geschäftsmöglichkeiten.

Der Klimawandel wird für Unternehmen zunehmend zum Geschäftsfaktor © iStock / Getty Images
Der Klimawandel wird für Unternehmen zunehmend zum Geschäftsfaktor © iStock / Getty Images

Informationsbedarf in Unternehmen

Um eine Klimaschutzstrategie zu entwickeln, Energieeinsparpotentiale zu identifizieren, entsprechende Umsetzungsmaßnahmen zu implementieren und mit ihren Angeboten auf Marktveränderungen zu reagieren, benötigen Unternehmen verlässliche Informationen über ihre bedeutendsten Emissionsquellen sowie über Chancen und Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem steigt der Informationsbedarf von externen Stakeholdern wie Eigentümern, Kreditgebern, Investoren, Versicherungen, Geschäfts- und Endkunden sowie der Politik zum unternehmerischen Umgang mit dem Klimawandel.

Klimareporting verbessert Transparenz © iStock / Getty Images
Klimareporting verbessert Transparenz © iStock / Getty Images

Klimareporting verbessert Transparenz 

Mit einem Klimareporting stellt ein Unternehmen aussagekräftige Informationen darüber zur Verfügung, wie der Klimawandel bzw. Maßnahmen zur seiner Begrenzung und zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen die Geschäftsentwicklung, die Unternehmensstrategie und damit auch den unternehmerischen Erfolg in Zukunft beeinflussen wird. Es verbessert die Transparenz und liefert entscheidungsrelevante Informationen sowohl intern an das Management als auch extern an die oben genannten Adressaten. Diese sollen so besser beurteilen können, mit welchen Strategien und Maßnahmen ein Unternehmen auf Risiken und damit verbundene finanzielle Auswirkungen reagiert und welcher Handlungsbedarf besteht.

 

Durch die mit einem Klimareporting verbesserte Transparenz kann ein Unternehmen zusätzliche Energie- und Ressourceneffizienzpotenziale identifizieren und so neben Kosten auch Treibhausgasemissionen einsparen. Weitere Vorteile resultieren unter anderem aus der besseren Bewertung durch Investoren, einer besseren Reputation und Mitarbeiterloyalität sowie einem verbesserten Risikomanagement.

 

In der Regel beinhaltet ein Klimareporting quantitative Informationen zu den relevanten Kennzahlen und Zielen einer Berichtsperiode (Verbräuche von Energie und Treibstoffen, THG-Emissionen, Zielsetzungen, etc.) sowie qualitative Informationen zu den Aspekten Governance, klimabezogene Risiken und Chancen, Strategie- und Managementansatz. Zudem werden erläuternde Angaben zu verwendeten Berichterstattungsstandards, Berichtsperiode und –grenzen sowie Bewertungsmethoden gemacht.

 

Plattform für Austausch zu Treibhausgasemissionen von Unternehmen

Der WWF setzt sich bereits seit 2006 für eine Vereinheitlichung der unternehmerischen Klimaberichterstattung in Deutschland ein. Gemeinsam mit dem CDP sowie mit Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit betreibt der WWF zudem die Austausch-Plattform www.klimareporting.de. Dort sowie im Rahmen von deutschlandweiten Veranstaltungen finden Unternehmen praxisorientierte Unterstützung beim Aufbau von Strukturen für das Erfassen, Steuern und Berichten von Treibhausgasemissionen sowie Auswirkungen des Klimawandels auf das Geschäftsmodell. Ebenso bietet das Projekt Möglichkeiten des Fachaustauschs sowie aktuelle Informationen zu inhaltlichen und politischen Entwicklungen.

WWF Kernforderungen an Unternehmen und Politik

  • Unternehmen sollten sich bereits heute Transparenz zu ihren Treibhausgasemissionen sowie den Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Geschäftsentwicklung verschaffen, um auch noch in Zukunft geschäftsfähig zu bleiben.
  • Die Politik sollte dies mit Maßnahmen flankieren, die eine flächendeckende, einheitliche sowie aussagekräftige Berichterstattung mindestens der deutschen Großunternehmen befördert. Nur so lässt sich verlässlich beurteilen, ob die deutsche Wirtschaft in Bezug auf die Erreichung der deutschen Klimaziele auf Kurs ist.
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