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Das Ziel: Biomasse umwelt- und sozialverträglich nutzen

Gelblichgrau hängt eine Dunstglocke über der Provinzstadt Palangkaraya. Sie verschleiert die Sonne, erschwert in der feuchtheißen Tropenluft das Atmen, riecht penetrant nach Rauch. Manchmal sind die Schwaden so dicht, dass einen ganzen Tag lang in diesem Teil Borneos kein Flugzeug landen kann. Denn Kalimantans Torfmoore brennen - einstmals bewaldete Flächen, die in dieser Provinz auf der indonesischen Insel trockengelegt, gerodet oder illegal abgefackelt worden sind, um sie anschließend in gigantische Palmölplantagen zu verwandeln.

Abgeholzter Torfmoorwald. © Bhayu Pamungkas / WWF-Indonesia
Abgeholzter Torfmoorwald. © Bhayu Pamungkas / WWF-Indonesia

Ein Viertel aller Torfmoorwälder Kalimantans hat die indonesische Regierung mittlerweile für Plantagen-Konzessionen verkauft. Ein Trend, der sich weltweit fortsetzt, nicht nur auf Borneo. Denn die Nachfrage nach Biomasse wie Palmöl steigt weltweit, immer öfter auch für Biosprit.

 

Biomasse soll Energie liefern: für Strom und Wärme. In Zeiten wachsender Mobilität stillt sie sogar den Durst nach neuem Kraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Dazu zählen vor allem Pflanzen, aus denen sich in irgendeiner Weise Energie gewinnen lässt. So will es die Energiewende. Denn der Atomausstieg ist in Deutschland beschlossene Sache, fossile Rohstoffe wie Diesel oder Benzin verursachen hohe Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid, sind teuer und in absehbarer Zeit ohnehin verbraucht.

Für ihren Anbau darf kein Grünland umgepflügt, kein Regenwald gerodet oder Torfmoor abgefackelt werden.

Dass für Biosprit aus Palmöl indonesische Torfmoore brennen, damit stattdessen Energiepflanzen in monströsen Monokulturen gedeihen, ist für den WWF Deutschland keine Option. Weder Mais, noch Raps und Rübe, Sojabohne, Sonnenblume oder Ölpalme wachsen unbegrenzt. Für ihren Anbau darf kein Grünland umgepflügt, kein Regenwald gerodet oder Torfmoor abgefackelt werden. Biomasse ist als Energieträger der Zukunft nur dann sinnvoll, wenn sie weltweit ökologisch und sozial verträglich angebaut wird. Nur dann besitzt sie bessere Ökobilanzen als fossile Rohstoffe. Denn wenn Wälder wie auf Borneo in Flammen aufgehen, entweichen riesige Mengen des Klimagases CO2.

Laut EU-Richtlinie für Erneuerbare Energien sowie der deutschen Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnung dürfen seit 2009 zwar in Europa Pflanzen nur dann als Energieträger verwendet werden, wenn sie gegenüber fossilen Ressourcen deutlich weniger Treibhausgase freisetzen und bei ihrem Anbau keine wertvollen Landstriche verschwinden. Doch in vielen Anbauländern der Dritten Welt sieht die Realität oft anders aus. Der Handel mit der Biomasse verspricht schnelles Geld. Plantagenbetreiber halten vielfach weder Umwelt- noch Sozialauflagen ein. Wie also lässt sich verhindern, dass das Geschäft mit den nachwachsenden Rohstoffen kein ökologischer Ausverkauf wird?

WWF-Deutschland unterstützt den Nachhaltigkeitsgedanken. Denn Biomasse ist und bleibt einer der wichtigsten Pfeiler für das Konzept der Erneuerbaren Energien. Deshalb berät der WWF weltweit Regierungen, plant mit ihnen gemeinsam, welche Regionen für den Anbau von Energiepflanzen geeignet und welche zu schonen sind. Er setzt sich ein, Schutzzonen auszuweisen und beteiligt sich an so genannten Runden Tischen, internationale Gremien in denen alle Interessensvertreter gemeinsam nach Lösungen suchen, so dass Mensch und Natur von Energie durch Biomasse profitieren.

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