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Stand: 28.11.2013

Studie: Wie nachhaltig ist Biokraftstoff?

Der WWF hat bei der Zertifizierung von Biokraftstoffen genau hingeschaut und kommt zu folgendem Ergebnis: Die bestehenden Nachhaltigkeitskriterien sind zu lasch.

Betankung mit Biokraftstoff © iStock / Getty Images
Betankung mit Biokraftstoff © iStock / Getty Images

In der Studie „ Der Nachhaltigkeit auf der Spur“ haben wir die Zertifizierungssysteme bewertet, die von der Europäischen Union für Biokraftstoffe anerkannt wurden. Die Analyse wurde mit dem vom WWF entwickelten Certification Assessment Tool (CAT) durchgeführt. CAT ist ein Instrument für die Analyse von Standards und Zertifizierungssystemen für Agrarrohstoffe. Anhand von rund 70 Kriterien können Stärken und Schwächen der Standards verglichen werden.

Biosprit muss besser werden

Das Ergebnis: Die EU-Vorgaben für Nachhaltigkeit seien insgesamt zu lasch und müssten dringend verbessert werden, kritisiert Jenny Walther-Thoss, WWF-Referentin für Nachhaltige Biomasse. Der sozialgerechte Anbau sowie Nachweise für einen sowie der schonende Umgang mit Wasser und Boden werden nicht eingefordert. „Kinderarbeit oder verschmutztes Grundwasser dürfen nicht der Preis für einen vollen Auto-Tank sein.“ Ebenso müssten die Emissionen, die aus den indirekten Effekten resultieren, in der Klimagasbilanz berücksichtigt werden.

Der WWF fordert: Nachbessern

Der WWF fordert die EU zu einer zeitnahen Nachbesserung der Kriterien auf. Auch die Zertifizierungssysteme müssen die Schwächen beheben. „Wir müssen bei aller Kritik aber weiter auf Biokraftstoffe setzen“, sagt Martina Fleckenstein, Leiterin Landwirtschaft beim WWF Deutschland. „Sie sind notwendig, um dauerhaft unabhängig vom Erdöl zu werden und können ein wirksames Mittel für niedrigere Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor darstellen.“ Sie dürften in Anbau und Produktion allerdings nicht in Konkurrenz zu Lebensmitteln stehen. „Um dies zu verhindern, sollten die Nachhaltigkeitskriterien verbessert und auf andere Bereiche, wie etwa die Lebensmittel- und Futtermittelproduktion, ausgeweitet werden.“

Vergleichen Sie die Zertifizierungen per Klick auf die interaktive Infografik

Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) als Projektträger des BMELV für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim WWF Deutschland.

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