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Stand: 08.04.2015

Geflügel

Wir leben in einer Zeit und in einem Land, in dem wir selbst bestimmen, was wir essen. Die Auswahl an Lebensmitteln ist riesig. Dennoch sollte die nächste Mahlzeit nicht rein nach Lust ausgewählt werden. Unsere Ernährung hat in dieser globalisierten Welt nämlich direkte Auswirkungen auf Um- und Tierwelt. Wir sollten also gut überlegen, was wir essen und wie viel davon. Die Menge spielt besonders beim Fleischkonsum in Deutschland eine große Rolle, denn die Deutschen essen viel Fleisch. Das belegen auch die folgenden Zahlen.

Bio-Masthühner aus der Bruderhahn-Initiative im überdachten Auslauf © Markus Wolter / WWF
Bio-Masthühner aus der Bruderhahn-Initiative im überdachten Auslauf © Markus Wolter / WWF

Geflügel in Zahlen

Weltweit werden ca. 21,5 Milliarden Geflügeltiere gehalten, Tendenz steigend. Auch in Deutschland wird Geflügelfleisch immer beliebter. Es ist vergleichsweise günstig, fettarm und einfach zuzubereiten. Pro Jahr werden hierzulande ca. 600 Millionen Masthühner und 38 Millionen Puten geschlachtet. Mit 20 Prozent des verzehrten Fleisches liegt Geflügel auf Platz 2 hinter Schweinefleisch (60 Prozent) und damit noch vor Rindfleisch. 

Geflügelverzehr © WWF
Geflügelverzehr © WWF

Futterbedarf und dessen Folgen auf Natur und Umwelt 

Um gutes Fleisch zu liefern, braucht Geflügel, insbesondere Masthühner und Puten, gute Haltungsbedingungen und hochwertiges Futter. Bei der konventionellen Nutztierhaltung - besteht der Großteil des Eiweiß-Futters aus Sojaschrot (pro Masthuhn ca. 700 - 800 Gramm). Wichtigste Anbauregion für Soja ist Südamerika. Dort werden aber, um Platz für den Anbau zu schaffen, immer mehr Wälder abgeholzt und Savannen zerstört.

Alternative Futtermittel und ökologische Tierhaltung

Wer Geflügel nachhaltig füttern will, verwendet statt Sojaschrot etwa Rapsschrot und heimische Hülsenfrüchte wie Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen. Die ökologische Tierhaltung setzt schon länger auf Futter aus eigenem Anbau oder zumindest aus der Region.

Wollen Sie etwas zur Nachhaltigkeit beitragen, sollten Sie Ihren Fleischkonsum auf ca. 300 Gramm pro Woche reduzieren. Landet Fleisch auf dem Tisch, dann auf jeden Fall aus ökologischer Tierhaltung. Das ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch für die Tiere: Bio-Masthühner haben Auslauf und im Stall etwa doppelt so viel Platz wie die konventionellen Masthühner. Außerdem haben die Tiere etwa doppelt so viel Zeit zu wachsen, nämlich ca. 70 bis 90 Tage statt 32 bis 41 Tage.

Weniger Geflügel und dann am besten aus ökologischer Tierhaltung genießen

Noch nachhaltiger ist allerdings der Konsum von biologisch erzeugtem Geflügelfleisch – bei insgesamt moderatem Niveau des Konsums von ca. 300 Gramm Fleisch pro Woche. Auch bezogen auf das Tierwohl geht es dem Geflügel besser als unter konventionellen Bedingungen. So haben Bio-Masthühner einen Auslauf und im Stall etwa doppelt so viel Platz wie die konventionellen Masthühner. Auch haben die Tiere etwa doppelt so viel Zeit zu wachsen, nämlich ca. 70 bis 90 Tage statt 32 bis 41 Tage. Außerdem bekommen die Tiere ökologisch erzeugtes Futter aus möglichst eigenem Anbau.

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