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Stand: 08.04.2015

Rind

Knapp 60 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen weltweit sind Grasland und damit nicht für den Ackerbau, aber hervorragend für die Haltung von Weidevieh geeignet. Auch in Deutschland gibt es viel Grasland. Auf diesen Flächen Milchkühe und Fleischrinder zu halten, ist ökologisch eine sinnvolle Maßnahme, denn gut genutztes Weideland bietet Lebensraum für viele gefährdete Arten.

Rinder auf der Weide © iStock / Getty Images
Rinder auf der Weide © iStock / Getty Images

Rinderhaltung in Zahlen

Weltweit werden ca. 1,6 Milliarden Rinder und Hausbüffel gehalten. In Deutschland steht Rindfleisch nach Schweine- und Geflügelfleisch mit 14 Prozent an dritter Stelle beim durchschnittlichen Fleischverzehr. Jeder Deutsche isst in seinem Leben vier Rinder (Quelle: Fleischatlas 2013). In Deutschland werden über zwölf Millionen Rinder gehalten, davon sind knapp fünf Millionen Milchkühe. 

Wiederkäuer sind keine Klima-Killer

Bio-Rinderherde in Norddeutschland © Markus Wolter / WWF
Bio-Rinderherde in Norddeutschland © Markus Wolter / WWF

Im Gegensatz zu Schweinen und Geflügel haben Rinder einen großen Pluspunkt: Als Wiederkäuer fressen sie Gras und andere Pflanzen, die der Mensch nicht verdauen kann. Sie stellen so keine Konkurrenz bei der menschlichen Ernährung dar und liefern im Gegenzug sogar noch Lebensmittel wie Fleisch und Milch. Darüber hinaus verwerten sie Abfälle und düngen die Weide selbst. Pestizide und andere chemische Mittel müssen kaum zum Einsatz kommen, sodass auch viele andere Arten auf der Weide überleben.

Richtig angewendet kann die Rindfleischproduktion das Klima sogar entlasten. Denn das Grünland kann viel Kohlenstoff binden. Außerdem brauchen Rinder, die grasen, nur wenig Getreide als Zusatzfutter. 

Futterbedarf und die Folgen für Natur und Umwelt

Klingt gut, aber die Realität sieht anders aus: Die meisten Mastrinder und Milchkühe fressen kein Gras, sondern Kraftfutter aus Mais, Soja, Weizen und anderem Getreide, das auf Ackerflächen wächst, die der direkten Lebensmittelproduktion somit verloren gehen. Das bedeutet, dass man zur Fleischerzeugung und zum Verzehr mehr Energie aufwenden muss als bei einem direkten Verzehr der Pflanze. Das Nutztier braucht schließlich neben dem Ansetzen von Fleisch auch Energie zur Lebenserhaltung.

Weltweit wird mehr pflanzliches Tierfutter angebaut als pflanzliche Lebensmittel. Die Nutztiere verzehren mit 4,6 Milliarden Tonnen Futter eine viermal so viel wie die ca. 7 Milliarden Menschen. In Deutschland werden knapp 60 Prozent der 16,9 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche für den Futteranbau genutzt.

Alternative Futtermittel und ökologische Tierhaltung

Wir selbst können uns auch nachhaltiger ernähren, in dem wir weniger Fleisch essen (ca. 300 Gramm pro Woche). Das Fleisch, das wir essen, sollte biologisch erzeugt sein. Die Tiere bekommen neben ökologisch erzeugtem Futter aus überwiegend eigenem Anbau auch die Möglichkeit zu weiden und haben einen Laufhof. Außerdem haben sie etwa doppelt so viel Platz wie konventionelle Mastrinder.

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