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Soja als Futtermittel

War die Sojabohne ursprünglich wegen ihres Öls und als alternative Proteinquelle für Fleisch als Lebensmittel geschätzt, ist die Ausweitung der heutigen Anbaufläche vor allem auf einen Faktor zurückzuführen: die zunehmende Nachfrage von Soja als Futtermittel für die Viehhaltung. Ungefähr 80% des importierten Sojas werden mittlerweile weltweit als Viehfutter verwendet.


Aufgrund der zunehmenden Nachfrage ist die Sojaproduktion allein zwischen 1960 und 2009 um das fast zehnfache gestiegen (von ca. 24 Mio. Tonnen auf über 230 Mio. Tonnen). Dies spiegelt sich auch in der Ausdehnung der Anbaufläche wieder: von etwa 24 Mio. Hektar 1960 auf fast 100 Mio. Hektar 2009.

© agrarfoto.com / WWF
© agrarfoto.com / WWF

Sojaanbau in Südamerika

Am rasantesten war die Ausweitung der Anbauflächen in Südamerika. In Argentinien hat sich die Soja-Anbaufläche zum Beispiel seit 2000 um über 190% auf heute etwa 17 Mio. Hektar ausgeweitet. In Brasilien um über 160% auf heute etwa 22 Mio. Hektar. Das ist mehr als die gesamte Fläche von Portugal und Ungarn zusammen. Wertvolle und oftmals einmalige Lebensräume wurden hierdurch zerstört. So zum Beispiel die Trockenwälder des Chaco oder die Nebelwälder Argentiniens, die zu den am meisten gefährdeten Landökosystemen der Erde gehören. In Brasilien sind insbesondere die Savanne – der Cerrado – sowie der tropische Regenwald des Amazonasgebiets betroffen.

Was hat das alles mit uns und unseren Fleischkonsum zu tun?

Soja wird in Deutschland bzw. Europa kaum angebaut. Das Meiste wird importiert. Über 80% des nach Deutschland importierten Sojas stammt aus Südamerika. Insgesamt werden in Deutschland in etwa 3,7 Millionen Rinder pro Jahr geschlachtet, weiterhin mehr als 58 Millionen Schweine und etwa 680 Millionen Geflügel. Für die meisten dieser Tiere, die zumeist aus intensiver Tierhaltung stammen, ist Soja mittlerweile ein zentraler Bestandteil des Futters geworden. Dies gilt vor allem für Schweine und Geflügel Und das ist gerade das Fleisch, welches von den Deutschen am stärksten nachgefragt wird. Insgesamt werden etwa 4,5 Mio. Tonnen Sojaschrot an die Tiere in Deutschland verfüttert.

Weniger und besseres Fleisch

Bei unseren Großeltern kam Fleisch oft nur einmal die Woche auf den Tisch. Heute essen die Deutschen täglich oder mehrmals die Woche Fleisch. Im Schnitt etwas über 1kg pro Woche. Das ist doppelt so viel Fleisch wie vor 100 Jahren. Und das ist doppelt so viel, wie Ernährungsexperten aus gesundheitlichen Gründen empfehlen. Mit jedem Stück Fleisch essen wir auch einen gewissen Anteil Soja mit. Fast ein Kilo Soja wird zum Beispiel benötigt, um gemeinsam mit anderen Futtermitteln ein Kilo Geflügelfleisch zu erzeugen. Insgesamt werden etwa 4,5 Mio. Tonnen Sojaschrot an die Tiere in Deutschland verfüttert.


Bislang ist nur ein verschwindend geringer Anteil des Fleisches, das wir kaufen, aus ökologischer und artgerechter Tierhaltung. Bei Rindfleisch sind dies 4%, bei Schweinefleisch 0,5% und bei Geflügelfleisch 0,8%. Soja findet hier bei der Fütterung dieser Tiere deutlich weniger Verwendung.

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