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Stand: 11.09.2017

Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion in Südostasien

Mit 4,4 Milliarden Einwohnern ist Asien Heimat für 60 Prozent der Weltbevölkerung. Derzeit wächst dort eine urbane Mittelschicht bisher unbekannten Ausmaßes heran. Im Jahr 2018 soll der Wendepunkt erreicht sein, an dem über die Hälfte der asiatischen Bevölkerung in Städten leben wird. Bis 2050 sollen es gar zwei von drei Asiaten sein. Dabei wachsen immer mehr städtische Konglomerate zu sogenannten „Megacities“ heran, Städten also mit über 10 Millionen Einwohnern. Die zwei größten Städte der Welt liegen in Asien (Tokyo und Großraum Jakarta), und von den derzeit weltweit 37 Megacities befinden sich 23 in Asien.

Supermarkt © Brent Stirton / Getty Images
Supermarkt © Brent Stirton / Getty Images

Aus diesen Trends – der voranschreitenden Verstädterung und dem Aufblühen asiatischer Mittelschichten – ergeben sich wichtige Implikationen für den Konsum in Asien, vor allem für das Wohnungswesen, den Verkehr und die Ernährung. Asien wird die Führung im weltweiten Konsum übernehmen: Bis 2030 werden 43 Prozent der Ausgaben für Konsum in Asien getätigt werden. Globale Konsumtrends werden also stark vom Einfluss bzw. Beitrag Asiens abhängen.

Nachhaltiger Konsum als Lösungsansatz

Nachhaltiger Konsum und eine nachhaltige Produktion können ein Lösungsweg durch die sich aus diesen Trends ergebenden Gefahren sein – für Asien und für die Welt. Mit den nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) hat sich die internationale Staatengemeinschaft eine Reihe von Zielen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung gesteckt.

Sustainable Consumption and Production, SCP

Dem Konzept des nachhaltigen Konsums und der nachhaltigen Produktion (Sustainable Consumption and Production, SCP) wurde ein eigenes SDG gewidmet, denn SCP hat das Potenzial, soziale, wirtschaftliche und ökologische Ziele miteinander in Einklang zu bringen. Es kann beispielsweise helfen, die Armut zu bekämpfen, das wirtschaftliche Wachstum anzuregen und eine steigende Weltbevölkerung zu ernähren, während gleichzeitig natürliche Ressourcen geschont, der Klimawandel bekämpft und Ökosysteme geschützt werden.

Sustainable Food Systems Programme / Global Action for Sustainable Consumption and Production

Weil diese Stellschraube so wichtig ist, haben die Vereinten Nationen sogar ein 10-Jahres-Rahmenprogramm mit verschiedenen Programmen zum nachhaltigen Konsum und der nachhaltigen Produktion initiiert. Dem Programm zu nachhaltigen Nahrungsmittelsystemen hat sich der WWF mit seinen Projekten direkt angeschlossen.

Was macht der WWF zum nachhaltigen Konsum in Südostasien?

Unterstützt durch die Internationale Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) setzt der WWF ein dreijähriges Projekt zur Förderung von SCP im Agrar-/ Nahrungsmittelbereich in Südostasien um. Hierfür arbeiten wir mit Regierungen, Unternehmen sowie den Konsumenten der drei Umsetzungsländer zusammen, so dass integrierte Lösungen entstehen:

  • Entwicklung von Regierungsstrategien zur Umsetzung der Paris-Klimaversprechungen für den Agrarbereich;
  • Integration von SCP-Prinzipien in Unternehmensstrategien;
  • Aufklärung und Information von Konsumenten, die sich dadurch ihres Beitrags zum Klimaschutz bewusst werden, den Unterschied zwischen nachhaltig und nicht nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln kennen und ihre Konsumentscheidungen entsprechend ausrichten.
Palmöl-Kampagne des WWF Indonesien

Das Projekt wird in drei Ländern Südostasiens umgesetzt und entsprechend „SCP TIP“ abgekürzt: Sustainable Consumption and Production in Thailand, Indonesien und den Philippinen. Die drei Länder haben unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb der Nahrungsmittelproduktion und -verwertung gewählt: Indonesien – Palmöl (die Palmölproduktion stellt nach wie vor eine ständige Bedrohung für den Erhalt des Tropenwalds dar); Thailand – (Futter-)Mais (die Maisproduktion ist zurzeit in Thailand der Haupt-Entwaldungstreiber); Philippinen – Schwerpunkt auf Tourismus (Hotels und Restaurants) als wichtigem und steigendem Wirtschaftsfaktor.

Was ist bisher geschehen?

Das Projekt ist im März 2017 offiziell gestartet, die eigentlichen Projektaktivitäten sind seit Sommer 2017 im Anrollen. Das Thema wurde im letzten Jahr bereits intensiv vorbereitet: Im Juni und Dezember 2016 organisierte der WWF – unterstützt durch die Exportinitiative des Bundeministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) – eine vorbereitende Konferenzserie, um mit Entscheidungsträgern in der Region (SCP Workshop, Thailand) und auf der internationalen Bühne (UN High-Level Political Forum Side Event, New York) sowie mit den Entscheidungs- und Meinungsträgern der Zukunft (Youth Conference, Malaysia) ins Gespräch zu kommen.

   
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