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Welternährung

Derzeit hungern mehr als eine Milliarde Menschen, jeder sechste Mensch auf der Erde. Gleichzeitig ernten wir tagtäglich ausreichend Lebensmittel, um alle Menschen zu ernähren. Schätzungen gehen davon aus, dass jeden Tag pro Erdenbürger pflanzliche Nahrung mit einem Energiegehalt von rund 4.600 Kilokalorien geerntet wird. Nur entweder fehlt den Hungernden schlicht das Geld, um sich die Nahrung zu kaufen. Oder wir gehen zerstörerisch mit den kostbaren Gütern um.

© Dado Galdieri  / WWF-Canon
© Dado Galdieri / WWF-Canon

Schätzungsweise 600 kcal der geernteten Nahrung verrottet auf den Feldern oder in unzureichenden Lagerhallen in Ländern des Südens. Weitere 800 kcal werden von uns in Industrieländern aus Achtlosigkeit in den Müll geworfen, oft wenn die Lebensmittel noch genießbar sind. Weiter 1.200 kcal werden „verschwendet“, weil damit Tiere gefüttert werden, um deren Fleisch / Milch zu konsumieren.

 

Dieser verschwenderische Umgang, wenn er auch oft nicht beabsichtig scheint, führt zu humanitären Katastrophen und stellt eine Verschwendung unser knappen natürlichen Ressourcen, wie Wasser, Boden, Phosphate und Land dar. Die heutigen Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass 2050 weltweit rund 9 Mrd. Menschen leben werden. Auf dieser Grundlage errechnen die Experten der UN-Organisation für  Landwirtschaft und Nahrung (FAO) eine  70 % Produktionssteigerung von  Lebensmittel, um die Menschheit im Jahre 2050 zu ernähren. Noch ist unklar, wie und wo diese immensen Steigerungsraten erreicht werden können. Gleichzeitig basieren diese FAO Prognosen auf den der Annahmen, dass sich an dem oben beschriebenen verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln nichts ändert. Der WWF sieht in der Reduzierung von Nahrungsmittelverlusten auf den unterschiedlichen Ebenen ein großes Potential. Auf Grund dieser Einsparungen könnten die notwendigen Produktionssteigerungen weitaus geringer ausfallen.

Forderungen des WWF:

Der WWF setzt sich dafür ein, dass:

  • die deutsche und internationale Agrarforschung und Entwicklungszusammenarbeit zur Vermeidung von Nachernteverlusten verstärkt wird;
  • nachhaltige Ernährung und ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln Teil eines langfristig angelegte Bildungsprogramme der Bundesregierung und der EU wird;
  • die deutsche und internationale Agrarforschung und Entwicklungszusammenarbeit verstärkt auf agrar-ökologische Produktionsansätze setzt, um notwendige Produktionssteigerungen zu erreichen, die gleichzeitig die Ressourcen schont;
  • die Kleinbauern und Bäuerinnen gefördert und beraten werden, um elementare Grundregeln ressourcenschonender Anbaumethoden zu erreichen.
  • die EU-Agrarpolitik so ökologisiert wird, dass die natürlichen Ressourcen Europas geschützt werden, damit Europas Bauern auch langfristig zu einer Ernährungssicherung beitragen können.


Der WWF möchte durch seine Arbeit erreichen, dass jeder Mensch, der im Jahr 2050 auf der Erde lebt ausreichend Zugang zu Nahrung hat, um sich ausreichend und gesund zu ernähren. Hungernde Menschen gehören der Vergangenheit an. Die Landwirtschaft (inklusive der marinen und Binnenfischerei) tragen nicht mehr zu einem Verlust an Lebensräumen, Artenvielfalt sowie erhöhten Treibhausgasemissionen bei. Die landwirtschaftliche Produktion ist weitestgehend von fossilen Rohstoffen unabhängig und nutzt die natürlichen Ressourcen nachhaltig. Die effiziente Nutzung und Verteilung bereits produzierter Agrarrohstoffe/Nahrungsmittel sollte vorranghaben vor einer Produktionssteigerung.

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