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Stand: 11.12.2013

Fütterungsworkshop „Mehr Nachhaltigkeit in der Geflügel- und Schweinefütterung"

Am 11.12.2013 fand in der Neuen Mälzerei in Berlin ein Workshop des WWF Deutschland mit Vorträgen zur Nachhaltigkeit in der Geflügel- und Schweinefütterung statt.

Im ersten Vortrag des Tages von Herrn Dahlmann vom Projekt „Vom Acker in den Futtertrog“ wurden die positiven ökologischen und ackerbaulichen Aspekte des Leguminosenanbaus deutlich. Je nach Betriebstyp, Verwertung und Region können Leguminosen schon heute konkurrenzfähig sein, so Dahlmann.

Im zweiten Vortrag von Herrn Dr. Binder von der Firma Evonik wurde ein Vergleich von Rationen bezogen auf die Parameter Global Warming Potential, Versauerungs- und Eutrophierungspotenzial mit Hilfe eines Ökobilanzrechners hergestellt. Verglichen wurden derzeit gefütterte Standardrationen mit importiertem Sojaschrot mit Rationen, die einen erhöhten Anteil heimischer Futtermittel wie Ackerbohnen, Erbsen, DDGS und Rapsschrot enthalten.

Die Rationen mit einem Anteil an heimischen Körnerleguminosen hatten durchweg eine positivere Ökobilanz als die Vergleichsrationen. Zieht man den Faktor der Landnutzungsländerungen zusätzlich in Betracht, so wurden die Vorteile der soja-reduzierten Rationen noch deutlicher.

Im Rahmen der Diskussionen waren auch die Signale der Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels eindeutig: dieser wünscht sich eine nachhaltigere, gentechnikfreie Fütterung mit möglichst heimischen Komponenten, wobei die heimischen Körnerleguminosen der “Königsweg” seien. Die anderen alternativen Proteinquellen wie Donausoja, zertifiziertes, gvo-freies Soja aus Brasilien oder Indien und Rapsschrot seien dabei aber auch in Betracht zu ziehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einsatz heimischer Futtermittel, v. a. der heimischen Körnerleguminosen in der Geflügel- und Schweinefütterung machbar und mit großen ökologischen aber auch ökonomischen Chancen verbunden ist. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass aktuell die Verfügbarkeit noch nicht gegeben sei und es noch große Schwierigkeiten in der Umsetzung von mehr Nachhaltigkeit gäbe. Mit Hilfe intensivierter Beratung, weiteren Anstrengungen in der Forschung, Schaffung der Nachfrage durch den Handel und Änderung von politischen Rahmenbedingen gilt es, die Möglichkeiten zu schaffen mehr heimische Leguminosen in die Fruchtfolge und in die Fütterung zu integrieren.

Markus Wolter, WWF Deutschland

KONTAKT

Markus Wolter

Referent für Agrarrohstoffe und Tierhaltung

markus.wolter(at)wwf.de