Gentechnik: Leben aus dem Labor
Die Gentechnik hält seit über einem Jahrzehnt Einzug in der Landwirtschaft. Immer mehr Länder weltweit bauen auf immer größeren Flächen Pflanzen an, deren Erbgut gentechnisch verändert wurde: maßgeschneiderte Nutzpflanzen, die resistent sein sollen gegen Schädlinge oder Herbizide. Dadurch brächten sie bessere Erträge, argumentieren ihre Hersteller. In riesigen Monokulturen wachsen vor allem Soja, Mais, Baumwolle und Raps. Oft fallen dabei Regionen zum Opfer die zu den artenreichsten in der Welt zählen. Regenwälder, Savannen oder wertvolles Weideland müssen nur einer Handvoll von Sorten – meist gentechnisch verändert – weichen. Zudem kann Pollen manipulierter Pflanzen verwandte Wildarten bestäuben. Die erben die Eigenschaften und bilden ebenfalls Resistenzen. Welche Folgen das für die biologische Vielfalt hat, weiß bislang niemand genau.

GVO sind für WWF Deutschland keine Option.
Die Deutschen lehnen Gentechnik im Essen zwar ab. Doch ohne dass es die meisten Verbraucher bemerken, landen Produkte genetisch veränderter Organismen (GVO) in den Regalen der Supermärkte. Sehr subtil geht das vor sich, denn noch sind es meist nur Zusatzstoffe in geringen Mengen, wie Stärke aus Genmais oder Mehl von manipulierten Sojabohnen. Oder die GVO werden zu Tierfutter oder Biokraftstoff verarbeitet. Andere Länder und Kulturkreise reagieren bei Anbau und Verkauf von GVO weniger zögerlich.
Das spiegelt sich auch im Meinungsbild des internationalen WWF-Netzwerks. Während beispielsweise WWF US eine neutrale Stellung gegenüber der Gentechnik einnimmt, gilt für den WWF Deutschland: Der WWF Deutschland lehnt gentechnisch veränderte Organismen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei ab, solange Schäden für Natur und Mensch nicht ausgeschlossen werden können. Vor allem deshalb, weil diese Technologie eine Agrarwirtschaft fördert, die in keiner Weise nachhaltig ist – weder schützt sie Boden und Grundwasser noch erhält sie die biologische Vielfalt.
Deshalb setzt sich die Umweltstiftung beispielsweise dafür ein, dass deutsche Hersteller auf ihren Lebensmitteln darauf hinweisen, wenn ihre Tiere Gentech-Futter erhalten haben.
Der WWF Deutschland unterstützt zudem innerhalb des RTRS-Siegel (Round Table on Responsible Soy - RTRS) nur die Gentech-freie Lieferkette.
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