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Stand: 11.09.2013

Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel

Lebensmittelhersteller in ganz Europa müssen seit April 2004 ihre Produkte laut EU-Verordnung streng kennzeichnen: So werden nicht nur Lebensmittel deklariert, die gentechnisch veränderte Organismen sind oder enthalten. Mittlerweile müssen alle Lebensmittel, Zutaten oder Zusatzstoffe, die aus GVO hergestellt wurden, gekennzeichnet werden.

Sojabohnen. © Birgit Wilhelm / WWF
Sojabohnen. © Birgit Wilhelm / WWF

Kurz gesagt: Wer heute in der EU Gentechnik einsetzt, muss den Verbraucher darüber informieren. Gleiches gilt für Futtermittel. Nicht aber für Milch, Fleisch oder Eier von Tieren, die Gentech-Futter erhalten haben. Diese Produkte sind laut Gesetz nicht "aus", sondern "mit" Gentechnik hergestellt und enthalten keinerlei transgenes Fremderbgut. Der WWF Deutschland fordert daher die deutliche Kennzeichnung von allen tierischen Lebensmitteln, wenn das Tierfutter gentechnisch veränderte Organismen enthält.

Wie wird gekennzeichnet?

Deutlich sichtbar für den Verbraucher! So müsste entweder "genetisch verändert" oder "aus genetisch verändertem ... hergestellt" in gut lesbarer Schriftgröße auf dem Etikett stehen. Und zwar als Anmerkung in der Zutatenliste oder deutlich sichtbar auf dem Etikett. Wandert die Ware unverpackt über den Ladentisch, wie etwa auf dem Wochenmarkt, muss der Händler ein Schild in der Auslage anbringen. Auch Restaurants und Kantinen sind verpflichtet, Zutaten entsprechend zu kennzeichnen, entweder als Zusatzinformation auf einer Tafel oder direkt auf der Speisekarte.

Die Deutschen lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab

Wer im Supermarkt oder auf der Restaurantkarte hierzulande nach dem Gentech-Hinweis sucht, wird nicht fündig. Die Deutschen lehnen GVO im Essen ab und die Lebensmittelhersteller haben reagiert: Sie versuchen, ihre Produkte möglichst ohne Gentech-Zutaten herzustellen. Die Angst vor Imageverlust ist hoch unter den Produzenten. Keiner will der Erste sein, der sich auf seiner Verpackung offen zur Gentechnik bekennt.

Lücken in der Gesetzgebung

Labore der Amtlichen Lebensmittelüberwachung oder die Gesundheitsämter in den einzelnen Bundesländern kontrollieren in Stichproben, welche gentechnisch veränderten Pflanzen oder Zutaten in den entsprechenden Produkten stecken und vor allem, wie viel davon. Das funktioniert allerdings nur, solange ihr Anteil oberhalb der Nachweisgrenze von 0,1 Prozent je Zutat liegt.

Gütesiegel garantiert Gentech-frei

Das Label "ohne Gentechnik" auf dem Etikett soll GVO-freie Produkte garantieren. Seit April 2008 können deutsche Lebensmittelhersteller ihre Waren freiwillig kennzeichnen. Dafür müssen sie lückenlos belegen, dass ihre Zutaten weder GVO enthalten, noch mit deren Hilfe hergestellt wurden. Seit 2009 gibt es dafür sogar das offizielle Siegel.

Bio bleibt die beste Wahl

Für Öko-Produkte gilt die gleiche Kennzeichnungspflicht wie für den konventionellen Markt: Alle Zutaten über der 0,1-Prozent-Grenze müssten entsprechend markiert werden. Doch wer würde schon Bio-Ware mit Gentech-Hinweis kaufen? Öko-Hersteller in Deutschland verzichten daher prinzipiell auf Gentechnik in ihren Produkten und verwenden Gentech-freies Futter für ihre Tiere.

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