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Wer bekommt die Gelder und wofür?

Die Landwirtschaft wird durch die Europäische Agrarpolitik mit jährlich mehr als 40 Milliarden Euro unterstützt. Davon werden rund sieben Milliarden Euro in Deutschland ausgegeben. Empfänger der Subventionen sind nicht nur landwirtschaftliche Betriebe, sondern auch Exporteure von Agrarprodukten. Direkt und indirekt profitiert aber ebenso die vor- und nachgelagerte Industrie (zum Beispiel Agrarchemie, Futtermittel, Lebensmittelverarbeitung).

Geldanlage? Weizenfeld in Deutschland. © agrarfoto.com / WWF
© agrarfoto.com / WWF

Die klassischen Agrarsubventionen – die erste Säule

Mit über fünf Milliarden Euro geht in Deutschland der Löwenanteil in die so genannte erste Säule. Sie hat zum Ziel, durch Marktregulierung und Direktzahlungen das Basis-Einkommen der Landwirte zu sichern. Diese Zahlungen sind jedoch nicht nur im höchsten Maße ungerecht verteilt, sondern auch vollkommen ungenügend an wirksame soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien gekoppelt. Besondere umwelt- und tiergerechte Qualitätserzeugungen, die mehr Arbeitskräfte benötigen, werden benachteiligt.

Die ländliche Entwicklung – die zweite Säule

Etwa 1,5 Milliarden Euro gehen in die zweite Säule, die Förderung des ländlichen Raumes. Die zweite Säule gewährleistet eine nachhaltige ländliche Entwicklung. Der umfassende Förderungskatalog ermöglicht die Honorierung von Umweltleistungen, die Landwirte erbringen. Dazu gehören die Förderung von erneuerbaren Energien, die Förderung von Regionalvermarktung, die Pflege und das Management für das europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 und vieles mehr.

EU-Agrarpolitik – Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Mit den EU-Finanzbeschlüssen 2005 und 2006 sind massive Kürzungen für die ländliche Entwicklung vereinbart worden. Damit wurde die lange überfällige Wende der europäischen Agrarpolitik zu einer sozial gerechteren, ökologisch verträglicheren und tiergerechteren Landwirtschaft auf die lange Bank geschoben.

Forderungen des WWF für die Europäische Agrarpolitik

Der WWF setzt sich weltweit für eine soziale und ökologische Qualifizierung der Agrarsubventionen ein. Handlungsfelder sind dabei insbesondere die europäische Agrarpolitik sowie die Agrarverhandlungen der Welthandelsorganisation WTO.

 

Noch immer werden viel zu wenige Subventionen gezielt für eine Landbewirtschaftung eingesetzt, die den Erhalt der Artenvielfalt, die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit oder die Reinhaltung von Boden, Wasser und Luft fördern. Deshalb fordert der WWF:

  • Langfristige Aufhebung der Säulenlogik und Schaffung eines einheitlichen Finanzierungsinstrumentes für die Entwicklung der ländlichen Räume;
  • Jegliche Zahlungen an die Landwirtschaft und an die Akteure des ländlichen Raumes müssen an wirksame ökologische und soziale Kriterien gekoppelt werden;
  • Kurzfristig sollte die so genannte freiwillige Modulation (Umschichtung der Gelder von der ersten in die zweite Säule) von bis zu 20 Prozent von allen EU-Mitgliedstaaten eingeführt und damit eine Stärkung der ländlichen Räume erreicht werden;
  • Innerhalb des umfangreichen Maßnahmenkataloges der zweiten Säule müssen in der nächsten Förderperiode (2007 bis 2013) eine ökologischen Effizienz Priorität haben – etwa durch Umsetzung von Natura 2000 und der Wasserrahmentrichtlinie.
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