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Stand: 27.09.2015

Der Palmöl-Check 2015: Intransparenz – aber auch Fortschritt

Der WWF will wissen: Welche Firmen benutzen zertifiziertes Palmöl, welche nicht? Unsere Umfrage bei 200 deutschen Unternehmen macht einerseits Hoffnung – zeigt aber auch immer noch Intransparenz.

Per Klick downloaden. Der Palmöl-Check 2015: Die Bewertung der Einkaufspolitik deutscher Käufer und Verarbeiter von Palmöl © WWF
Der Palmöl-Check 2015: Die Bewertung der Einkaufspolitik deutscher Käufer und Verarbeiter von Palmöl © WWF

Egal ob Pizza, Margarine, Waschmittel, Tierfutter oder Lippenstift – in fast jedem zweiten Produkt aus dem Supermarktregal steckt Palmöl oder Palmkernöl, das vor allem auf Plantagen in den tropischen Regenwaldregionen Südost-Asiens angebaut wird. Deswegen fragt der WWF in den „Palmöl Scorecards“ regelmäßig bei Unternehmen deren Einkaufspolitik ab.

Positiver Trend

Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen decken mittlerweile ihren Palmölbedarf zumindest teilweise mit zertifizierter Ware. Und während bei der Palmöl-Scorecard 2013 nur 29 Unternehmen ausschließlich, d.h. zu 10o Prozent, zertifiziertes Palmöl nutzten, waren es dieses Mal immerhin bereits 62. „Positiv ist, dass immer mehr Unternehmen zertifiziertes Palmöl nutzen und sich mit ihrer Lieferkette auseinander setzen“, lobt WWF-Referentin Ilka Petersen. Vorbildlich sind die Unternehmen Daabon und Agrarfrost, die jeweils die volle Punktzahl erreichten.

Sechs der 200 befragten Unternehmen kamen gerade einmal auf einen Punkt – Note ungenügend. 75 Unternehmen verweigerten eine Auskunft und konnten oder wollten keine genauen Angaben machen – für den WWF ein grundlegendes Versagen in Sachen Nachhaltigkeit und Transparenz.

Pharma- und Futterindustrie verweigert sich

Besonders bedenklich: Die befragten deutschen Pharmaunternehmen und Futtermittelhersteller verweigerten komplett die Auskunft – darunter Bayer, Boehringer Ingelheim, Merck, Deutsche Tiernahrung, Cremer, Agravis Raiffeisen und Mega. Nach einer aktuellen Marktanalyse verbraucht der pharmazeutisch-chemische Bereich etwa 155.000 Tonnen Palmöl, wovon gerade einmal 12 Prozent zertifiziert sind, die Futtermittelindustrie nutzt noch einmal rund 160.000 Tonnen. Hier liegt der Anteil aus nachhaltigeren Quellen sogar bei nur einem Prozent.

Wichtige Zusatzkriterien, die über die Mindestanforderungen des RSPO hinausgehen, wie etwa ein Verbot der Umwandlung von Torfböden oder der Einsatz hochgefährlicher Pestizide, fordern allerdings nur 46 Unternehmen bei ihren Lieferanten ein. Diesem Beispiel müssten jedoch, so die WWF-Forderung, unbedingt mehr Unternehmen folgen. 

Der WWF fordert von Unternehmen

  • sofort mit der Umstellung auf 100 % zertifiziertes, segregiertes Palmöl zu beginnen;
  • auch bei Palmkernöl und Derivaten nur zertifizierte Ware einzusetzen – wo immer möglich ebenfalls segregiert;
  • wo eine physische Umstellung noch nicht möglich ist, sofort den gesamten Einkauf von Palmöl mit Zertifikaten abzudecken; dabei sollten bevorzugt Kleinbauern unterstützt werden, die häufig nicht direkt an physische Lieferketten angeschlossen sind;
  • Unterstützung von Projekten mit Kleinbauern;
  • nur noch von Lieferanten zu kaufen, die weiterführende Kriterien von POIG oder FONAP erfüllen;
  • aktiv als Mitglied bei der Ausrichtung von Zertifizierungssystemen mitzuarbeiten und als Käufer auch konstruktive Kritik zu äußern. Ein Weg kann auch das Engagement in Initiativen wie POIG oder FONAP sein;
  • im Hinblick auf die Nutzung von Palmöl Transparenz zu beweisen, diese entsprechend zu kommunizieren und Produkte zu kennzeichnen, sodass Konsumenten bewusstere Kaufentscheidungen treffen können.
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