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Runde Tische – Mindeststandards, keine grünen Öko-Label

Jedes Mitglied vertritt am Runden Tisch seine eigenen Interessen. © Ilka Petersen / WWF
Jedes Mitglied vertritt am Runden Tisch seine eigenen Interessen. © Ilka Petersen / WWF

Der WWF will die landwirtschaftliche Produktion in umweltfreundlichere Bahnen lenken. Dazu gehören in erster Linie die Ausweisung von Schutzgebieten und die Erarbeitung von intelligenten Landnutzungskonzepten. Hinzu kommt  unser Engagement in verschiedenen Zertifizierungssystemen und Runden Tischen.


Die Runden Tische bringen auf freiwilliger Basis alle Gruppen zusammen, die in die Produktion – etwa von Palmöl – involviert oder von ihr betroffen sind: Große und kleine Produzenten, Händler,  Konsumgüterhersteller, Supermärkte und Einzelhandel, Banken sowie Nichtregierungsorganisationen.  

 

Der WWF unterstützt diese Initiativen in unterschiedlichen Branchen und Segmenten. Unser Ziel: alle Beteiligten auf ökologische und soziale Mindeststandards einzuschwören, die über den gesetzlichen Anforderungen liegen. In manchen Regionen der Erde sind diese Mindeststandards die ersten Vorgaben für eine nachhaltigere Erzeugung.

 

Die  Anforderungen des Naturschutzes und die derzeitige Praxis in der Landwirtschaft liegen bei vielen Produkten  sehr weit auseinander. Die Runden Tische mit ihren Mindeststandards sind für den WWF ein Instrument,  den Massenmarkt schrittweise zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen und damit den Naturschutz voranzutreiben.  

 

Vom Ideal eines grünen Öko-Labels sind die Standards der Runden Tische noch weit entfernt.  Aber sie sind ein wichtiger erster Schritt, um die Produzenten zu verpflichten, sich an der Lösung von Problemen zu beteiligen, die durch ihr Wirken entstehen.

Jeder streitet für seine Interessen

Jedes Mitglied vertritt am Runden Tisch seine eigenen Interessen - der WWF zum Beispiel mehr Naturschutz. Am Ende stehen aber Beschlüsse, die im Konsens gefällt wurden. Nicht immer können sich dabei die NGOs durchsetzen. Die zertifizierten Produktionsketten erzielen in der Regel  nicht den von uns gewünschten höchst möglichen Umweltstandard. Aber sie sind besser als die aktuelle Praxis auf vielen Betrieben und Plantagen und die gesetzlichen Vorschriften.

Der WWF hat Anforderungen an den Aufbau, die Inhalte und die spätere Anwendung eines Zertifizierungssystems. Diese sind u.a.:

  1. Bei der Schaffung eines Zertifizierungssystems müssen Interessensvertreter aus allen relevanten Sektoren beteiligt werden („Runder Tisch“), die Diskussionen sollen konsensorientiert und transparent verlaufen. Grundlage des Standards sind wissenschaftliche Analysen und er wird regelmäßig aktualisiert.
  2. Inhaltlich müssen ökologische, soziale und wirtschaftliche Belange berücksichtigt werden. Dies sind z.B. ein deutlicher Beitrag zur Treibhausgas-Minderung, der Ausschluss des Verlustes von Lebensräumen mit hohem Naturschutzwert oder die Berücksichtigung von Landnutzungsrechten der lokalen Bevölkerung.
  3. Die Überprüfung von Unternehmen anhand des Zertifizierungssystems muss durch unabhängige Dritte erfolgen. Das Unternehmen muss dabei alle nationalen, regionalen und internationalen Gesetze befolgen. Mögliche Aussagen über die Nachhaltigkeit eines Produktes sind klar beschrieben, um „greenwashing“ zu verhindern.
   
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