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Stand: 02.09.2016

Runder Tisch für Palmöl

Weil die wachsende Nutzung von Palmöl zur Rodung tropischer Wälder beiträgt, hat der WWF 2004 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ins Leben gerufen. Die Mitglieder sind auf verschiedene Weise in die Palmölproduktion involviert oder von ihr betroffen: Palmöl-Anbauer, Händler, Konsumgüterhersteller, Banken sowie Nichtregierungsorganisationen wie der WWF und Oxfam. Ziel des Runden Tisches ist es, möglichst viele zur Einhaltung der Mindeststandards zu bewegen.

Palmöl-Ernte © James Morgan / WWF
Palmöl-Ernte © James Morgan / WWF

Der RSPO ist also kein Öko-Label. Er signalisiert, dass auf den Plantagen freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte getan wird, als gesetzlich vorgeschrieben. Was nicht viel klingt, ist in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indonesien und Malaysia ein wichtiger erster Schritt.

Die Mitglieder des RSPO haben sich bislang zu folgenden Prinzipien und Kriterien verpflichtet:

  • Keine Rodung von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Waldflächen für Plantagen,
  • Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenartenarten auf der Plantage,
  • Schutz von Wasser, Boden und Luft (das bedeutet unter anderem: kein Abbrennen von Wald),
  • Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte,
  • Keine Kinderarbeit, dafür Bildungsangebote für die auf der Plantage lebenden Kinder,
  • Einbindung und Förderung von Kleinbauern sowie
  • Kontrolle der Plantagen durch unabhängige, autorisierte Prüfer.

Der WWF setzt als Mitglied des Runden Tisches auf den kritischen Dialog mit Unternehmen aus der Palmölindustrie. Der Gedanke dahinter: Die am Problem Beteiligten müssen mithelfen, Lösungen zu entwickeln. Die Mitgliedschaft im RSPO allein belegt kein verantwortliches Handeln. Dafür muss ein Unternehmen zertifiziertes Palmöl produzieren oder kaufen. Dennoch ist klar: Am Runden Tisch vertritt jedes Mitglied seine eigenen Interessen. Der WWF versucht, möglichst viel für die Natur zu erreichen, andere Mitglieder wollen möglichst viel Ertrag pro Hektar oder mehr Gewinn.

Chancen und Grenzen des RSPO

Der RSPO wird von verschiedenen Umweltorganisationen kritisiert. Er sei zu schwach, um Regenwaldrodungen zu verhindern. Außerdem wird einigen Mitgliedern vorgeworfen, nur einzelne Vorzeigeplantagen nach den Standards  zu zertifizieren, während sie an anderen Orten gegen RSPO-Kriterien verstoßen. Klar ist, dass die Kriterien des RSPO verschärft werden müssen. Daran arbeitet der WWF intensiv. Einige wenige Unternehmen gehen weiter und erzeugen ihr Palmöl beispielsweise nach Biostandard in Kombination mit den RSPO-Kriterien.

Ilka Petersen. © WWF
Ilka Petersen. © WWF

"Gleichzeitig gibt es aber auch viele positive Beispiele von zertifizierten Plantagen, wie die REA Kaltim Plantage auf Borneo, die nachhaltig handeln. Das größere Problem sind die Produzenten, die weiter machen wie zuvor und sich gegen die Teilnahme am Runden Tisch entscheiden. Dann haben sowohl der RSPO als auch der WWF nur noch wenig Einfluss auf die Produktionsweise. Deswegen setzt sich der WWF dafür ein, dass der Anteil an RSPO zertifiziertem Palmöl erhöht wird. Zurzeit liegt er bei 10% der weltweiten Palmöl-Produktion", so Ilka Petersen, Referentin Kommunikation Landnutzung und nachhaltige Biomasse.


Ein Allheilmittel ist der RSPO  nicht. Er allein kann die Entwaldung in den Tropen nicht stoppen. Dazu braucht es die richtigen Gesetzgebungen, Landnutzungskonzepte und die Ausweisung von Schutzgebieten.

   
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