Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik steht an – Trendwende zu nachhaltigem Management dringend nötig
Traurig aber wahr: Europa ist Weltmeister im Leerfischen. Während weltweit derzeit 30 Prozent aller Fischbestände als überfischt gelten, sind es in den europäischen Gewässern sogar 47 Prozent.

Die Regelung der Fischerei ist eine Sache der Europäischen Union. Die erklärten Ziele der so genannten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU sind die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, eine Minimierung der Auswirkungen der Fischerei auf die Umwelt und eine wettbewerbsfähige Fischereiwirtschaft. In den vergangenen Jahrzehnten hat diese Politik nicht funktioniert. Das Ergebnis: Fast jeder zweite untersuchte Bestand in EU-Gewässern ist überfischt, die Fischfangflotte ist zwei- bis dreimal größer, als für eine nachhaltige Fischerei verträglich wäre und in den vergangenen 10 Jahren sind die Fischanlandungen in europäischen Häfen um 30 Prozent zurückgegangen.
EU muss die Verschwendung beenden
Aktuell hat die EU die Chance, Grundlegendes zu ändern, denn bis zum Jahr 2013 steht eine Reform der GFP an. Die neuen Gesetze werden dann wiederum 10 Jahre gelten. Aus Sicht des WWF muss die Fischereipolitik radikal erneuert werden und wichtige neue Elemente enthalten, damit die Vision einer zukunftsfähigen europäischen Fischerei Realität werden kann und nicht im Kern alles beim Alten bleibt – denn das können wir uns nicht leisten.
Eine zukunftsfähige europäische Fischerei muss aus WWF-Sicht folgende Kriterien erfüllen:
- Die Überfischung wird gestoppt. Nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird nur so viel gefischt, wie nachwächst.
- Rückwürfe werden schon beim Fang vermieden. Es kommen bessere Techniken zum Einsatz und es wird genauer geplant, was wann und wo gefischt wird.
- Die Fangkapazitäten der Fischereiflotten werden abgebaut. So sinkt der Druck auf die Fischbestände und gleichzeitig werden die verbliebenen Arbeitsplätze in der Fischerei langfristig gesichert.
- Langfristige Mehrjahres-Pläne für jede Fischerei in der EU werden von Vertretern aus Fischerei, Umweltschutz, Wissenschaft und Politik gemeinsam maßgeschneidert erstellt.
- Andere Länder, gleiche Sitten. Alle Fischereiregeln der GFP gelten für alle Fangschiffe, die unter EU-Flagge arbeiten, auch außerhalb europäischer Gewässer.
Ein schnelles Umdenken im Fischereimanagement ist lange überfällig. Unsere gemeinsamen Ressourcen müssen wir nachhaltig nutzen und verantwortungsvoller mit ihnen umgehen, egal wo wir fischen. Gemeinsam das Richtige tun – jetzt.
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