WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 02.02.2016

Illegale Fischerei

Mit dem Ziel gegen die IUU-Fischerei vorzugehen und die Einfuhr illegaler Ware zu verhindern, hat die EU ein neues Regelwerk verabschiedet. Am 1. Januar 2010 trat die EU-Verordnung zur Verhinderung, Bekämpfung und Unterbindung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei in Kraft. Sie gilt weithin als die ehrgeizigste Rechtsvorschrift ihrer Art.

Illegaler Trawler © Mike Markovinathe / Pew Charitable Trusts
Illegaler Trawler © Mike Markovinathe / Pew Charitable Trusts

Seit ihrer Einführung hat die Verordnung sich als wirkungsvolles Instrument zur Bekämpfung der IUU-Fischerei erwiesen. Sie leistet einen Beitrag dazu, illegal gefangenen Fisch aus dem EU-Markt fernzuhalten. Sie treibt weltweit positive Veränderungen von Fischereistandards und -verfahren voran und unterstützt somit das Ziel weltweit eine nachhaltige Fischereiindustrie zu erreichen.

Ungeachtet dieser Erfolge gibt es noch viel zu tun, um die Verordnung vollständig und einheitlich umzusetzen. Eine aktuelle Analyse der Berichte der EU Mitgliedstaaten für den Zeitraum 2014/2015 zeigt, dass unterschiedliche Umsetzungen der Einfuhrkontrollen zwischen Mitgliedstaaten und uneinheitliche Umsetzungen die Wirksamkeit der EU IUU-Verordnung untergraben.

Deutschland spielt bei der Umsetzung der IUU-Verordnung als einer der größten Importeure von Fischereiprodukten in der EU eine entscheidende Rolle. Die Bundesregierung muss für die Kontrollen zusätzliche Ressourcen einsetzten und für ein gründliches Prüfverfahren sorgen. Nur so kann die Einfuhr von Produkten aus IUU-Fischerei vermieden werden und die IUU-Fischerei erfolgreich bekämpft werden.

Ein aktuelles Rechtsgutachten, das von WWF, EJF und Oceana in Auftrag gegeben wurde, kommt zu dem Schluss, dass Deutschland bislang seinen in der IUU-Verordnung festgelegten Pflichten zur Kontrolle der Fangbescheinigungen, um risikobehaftete Sendungen zu identifizieren, nur unzureichend nachkommt und gegen EU-Recht verstößt. In Anbetracht von Deutschlands großer Bedeutung beim Import von Fischereiprodukten muss hier dringend nachgebessert werden, um zu verhindern, dass Deutschland zum Einfallstor für illegale Fischereiprodukte in der EU wird.

Beendigung der IUU-Fischerei

Der WWF setzt sich gemeinsam mit der Environmental Justice Foundation (EJF), Oceana und The Pew Charitable Trusts für die einheitliche und wirksame Umsetzung der EU-Verordnung zur Beendigung der IUU-Fischerei ein.

Auch Händler und Konsumenten können etwas beitragen. Eine lückenlose Rückverfolgung der Produkte vom Netz bis zum Teller muss möglich gemacht werden. Produkte aus MSC-zertifizierter Fischerei bieten bereits heute eine solide Rückverfolgbarkeit.

   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF