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Alternative Fangmethoden gegen Beifang

Erste Schritte in die richtige Richtung

Dass die Überfischung der Meere nicht so weiter gehen kann, hat nun auch die Europäische Kommission erkannt. Im Rahmen der Reform sind nun Regeln zur Reduzierung des Beifangs vorgesehen.

Schildkröten können sich an den Circle Hooks nicht mehr verbeißen. © Simon Buxton / WWF-Canon
Schildkröten können sich an den Circle Hooks nicht mehr verbeißen. © Simon Buxton / WWF-Canon

Die Reform der „Gemeinsamen Fischereipolitik in Europa“ wird im Laufe des Jahres 2013 verabschiedet. Doch bis dahin gelten die bisherigen Regeln – und weiterhin werden mehrere hunderttausend Tonnen Fische wie Müll wieder über Bord geworfen! Der WWF setzt sich dafür ein, dass diese Wegwerf-Praxis jetzt schon deutlich verringert wird. Damit die Fischerei nachhaltiger wird, sind neben den Politikern auch Fischer, Händler und Konsumenten gefragt. Auch von ihrer Initiative hängt es ab, wie umweltschonend die Fischerei werden kann.  

Eine runde Sache

Weniger Beifang bedeutet stabilere Fischbestände sowie gesündere Meere und kann zu mehr wirtschaftlich verwertbarem Fang führen. Daher sind zahlreiche Fischereibetriebe schon dazu übergegangen, auf selektives Fischereigerät umzurüsten. Manchmal bieten sich auch andere, weniger schädigende Fischereimethoden an. Für die Baumkurre hat der WWF einen Katalog alternativer Methoden und Geräte zusammengestellt, die helfen können, die Schäden an der Meeresumwelt zu verringern. Auch in der Langleinenfischerei gibt es Alternativen. So wurden zum Beispiel neue Rundhaken entwickelt. Diese so genannten „Circle Hooks“ unterscheiden sich von den bis dahin ausschließlich verwendeten J-förmigen Haken darin, dass sie kreisförmig und fast ganz geschlossen sind. Eine simple Veränderung mit großer Wirkung: Schildkröten können sich an den Circle Hooks nicht mehr verbeißen, weil der Durchmesser der Haken nun zu groß ist – den Beifang von Schildkröten kann das um bis zu 90 Prozent verringern, ohne den Thunfischfang zu gefährden.  

Schlaue Netze

Solche Erfolge regen weitere Ideen an. Der WWF richtet seit einigen Jahren regelmäßig den weltweiten Wettbewerb „Smart Gear“ („Schlaue Netze“) aus, bei dem Innovationen prämiert werden, die den Beifang verringern. Die praktischen Lösungen zur Beifangverminderung sind vielfältig: Von akustischen Signalgebern (Pingern) in Stellnetzen, die Wale und Delfine auf Abstand halten, über Scheuchvorrichtungen für Seevögel an Langleinen bis zu „Notausgängen“ in Schleppnetzen, die es Schildkröten oder Meeressäugern ermöglichen, das Netz wieder zu verlassen.

   
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