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Illegale Fischerei

© Simon Buxton / WWF
© Simon Buxton / WWF

Die europäische Fischerei unterliegt der Gesetzgebung der Europäischen Union. Fischer werden bestätigen: die Regelungen sind umfangreich – auch international und auf Hoher See. Doch die schiere Größe der Meere stellt ein Problem dar: Wie kontrolliert man, dass sich alle an diese Regeln halten?

 

Illegale, unregulierte und undokumentierte Fischerei (kurz: IUU-Fischerei) ist ein Problem. Darunter fällt zum Beispiel, dass Fische mit unerlaubtem Fanggerät, zu Sperrzeiten oder in Sperrgebieten gefangen werden. Oder es werden Fischarten gefangen, für die der Fischer keine Lizenz hat, oder mehr Fische, als ihm erlaubt ist. Weltweit wird der Umsatz aus IUU-Fischerei auf über zehn Milliarden Euro geschätzt.

 

Besonders Entwicklungsländer leiden unter IUU-Fischerei. Unter anderem in afrikanischen Ländern südlich der Sahara ist die illegale Fischerei ein großes Problem. Der Verlust durch IUU-Fischerei dort beläuft sich auf bis zu 800 Millionen Euro im Jahr.

 

Doch IUU-Fischerei gibt es auch vor unserer Haustür. Schätzungen beziffern zum Beispiel die illegale Dorsch-Fischerei in der Ostsee auf dreißig bis fünfzig Prozent der Gesamtfänge. In der EU kommen insgesamt jährlich ungefähr 500.000 Tonnen illegal gefangener Fisch mit einem Wert von 1,1 Milliarden Euro auf den Markt.

 

Illegaler Thunfisch

Besonders beliebtes Opfer von IUU-Fischerei ist der Thunfisch. Der Rote Thunfisch beispielsweise ist besonders in Japan für Sushi begehrt und erzielt Rekordpreise. Daher ist die Versuchung, ihn illegal zu fangen, besonders groß. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. ein Drittel des Roten Tunfischs auf dem Markt aus IUU-Fischerei stammt. Dabei ist der Bestandszustand des Roten Thunfischs Besorgnis erregend. Im Ostatlantik ist er bereits vom Aussterben bedroht.

 

Verwässertes Wissen

IUU-Fischerei trägt auch dazu bei, dass wissenschaftliche Schätzungen über die Bestandsgrößen ungenauer werden. Häufig gründen die Schätzungen der Größe einer Fischpopulation nämlich auf den Fangdaten der vergangenen Jahre – die illegalen und damit undokumentierten Entnahmen fließen nicht mit in die Berechnungen ein. Selbst wenn es möglich ist, die undokumentierten Entnahmen zu schätzen, werden die Bestandsschätzungen ungenauer.

 

IUU-Fischerei kann auch bedeuten, dass unerlaubte Fischereigeräte eingesetzt werden oder in Gebieten gefischt wird, in der die Fischerei verboten ist. Daraus resultieren hohe Beifangraten und empfindliche Ökosysteme werden zerstört. Den Preis für IUU-Fischerei zahlen die Fischer, die sich an die Gesetze halten und mit den unfairen Praktiken der IUU-Fischer konkurrieren müssen.

 

Die Piraten aufhalten

Manche Fangschiffsbetreiber umgehen einfach die Regelungen, indem sie unter einer so genannten Billigflagge fahren. Deren Staaten bieten rechtliche Schlupflöcher in den internationalen Regelungen der Fischerei. Denn sie sind nicht Mitglied einer der „Regionalen Fischereimanagement-Organisationen“ (RFMOs), welche die Regelungen für die Fischerei in bestimmten Bereichen der Meere erlassen.

 

Daher werden nicht nur bessere und mehr Kontrollen gebraucht, sondern es müssen sich auch alle Staaten verpflichten, der Praxis der Billigflaggen ein Ende zu setzen. Auch Händler und Konsumenten können etwas beitragen: IUU-Ware darf keinen Zugang mehr zum Markt finden. Eine lückenlose Rückverfolgung der Produkte vom Netz bis zum Teller muss möglich gemacht werden. Produkte aus MSC-zertifizierter Fischerei bieten bereits heute eine solche Rückverfolgbarkeit.

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