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Gesunde Meere? Dafür kann jeder etwas tun

So kaufen Verbraucher verantwortlich ein

Jeder Deutsche konsumiert im Durchschnitt rund 15 Kilogramm Fische und Meeresfrüchte pro Jahr. Immer mehr Menschen wollen wissen, woher ihr Fisch kommt und ob er umweltgerecht gefangen wurde.

Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte © WWF
Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte © WWF

Dabei hilft der WWF mit seinem Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte. Darin bewertet die Umweltstiftung rund 70 handelsübliche Fischarten nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. „Gute Wahl“ bedeutet: Diesen Fisch können Sie guten Gewissens genießen.


Generell rät der WWF, beim Kauf von Wildfisch auf das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC), den Nachweis für nachhaltige Meeresfischerei, zu achten.  Hierbei wird nur so viel Fisch gefangen, wie nachwächst. Auch die Zerstörung der Meeresumwelt wie etwa Kaltwasserkorallenriffe wird minimiert.

 

Eine weitere naturverträgliche Alternative ist Fisch aus Bio-Zucht, gekennzeichnet durch Siegel wie die von Naturland oder Bioland. Bio-Lachs und in bestimmten Ländern gezüchtete Bio-Shrimps können bedenkenlos gegessen werden, da diese Zuchten strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Auch das Siegel des Aquaculture Stewardship Counci (ASC) zeigt an, dass der Fisch aus einer verantwortungsvollen Aquakultur stammt.


Wer also gezielt MSC- oder Bioprodukte einkauft, unterstützt Fischer und Fischzüchter, die umweltfreundlich wirtschaften. Ihre Nachfrage trägt auch dazu bei, dass immer mehr Betriebe aufgrund der steigenden Beliebtheit auf nachhaltigen Fischfang und Fischzucht umrüsten. 

 

Darüber hinaus empfiehlt der WWF, Fisch bewusst als nicht alltägliche Delikatesse zu genießen. Würde jeder Deutsche nur einmal pro Woche Fisch verzehren, sänke der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch um fast die Hälfte auf acht Kilogramm pro Person. Wir Verbraucher bestimmen mit, ob Fisch auch künftig noch ausreichend verfügbar sein wird.

So unterstützen Händler eine bessere und nachhaltigere Fischerei

Mittlerweile haben sich zahlreiche große Einzelhändler, wie EDEKA, Carrefour, Coop, Marks & Spencer und Migros verpflichtet, ihr Fisch- und Meeresfrüchteangebot auf nachhaltige Quellen umzustellen. Verarbeiter wie Deutsche See, Friedrichs, Frosta und Iglo listen MSC-Produkte und fördern MSC-Zertifizierung von Fischereibetrieben.


Der Handel kann mit einem nachhaltigen Sortiment dazu beitragen, dass Fisch nicht von der Speisekarte verschwindet, sondern auch in vielen Jahren noch verkauft werden kann:

Herkunft überprüfen:
Jeder Händler kann den angebotenen Fisch daraufhin überprüfen, wo und wie er gefangen wurde. Die Absprachen mit den Lieferanten müssen darauf abzielen, dass in absehbarer Zukunft vor allem MSC-Produkte bezogen werden. Ins Sortiment gehören auch Fischarten, die nachhaltig gewonnen werden, aber noch kein MSC-Siegel tragen.

MSC-Siegel forcieren: Produkte mit MSC-Siegel liegen in der Gunst gut informierter Käufer weit vorn. Gerade in Kombination mit offensiver Werbung für nachhaltigen Fisch und dem Umweltsiegel schaffen sie den Durchbruch.

Lückenlos vom Fang zum Teller: Der Weg eines Produkts vom Fang bis auf den Teller des Verbrauchers muss transparent werden. Im eigenen Interesse müssen Händler selbst eine lückenlose Überwachung fordern und mitentwickeln. Schließlich will niemand Fische und Meeresfrüchte aus illegalen Fängen anbieten oder kaufen.

Nachhaltig listen: Nur Produkte, die aus nachhaltiger Fischerei stammen, sollten neu in das Sortiment aufgenommen werden.

Übergangsfristen fürs Auslisten: Händler können Einfluss auf Lieferanten nehmen, indem sie nach Übergangsfristen Fischarten aus nicht nachhaltiger Fischerei aus ihrem Sortiment nehmen.

Nachhaltiger Thunfischfang vor den Philippinen im Korallendreieck – vom WWF unterstützt. © Catherine Zucco / WWF
Nachhaltiger Thunfischfang vor den Philippinen im Korallendreieck – vom WWF unterstützt. © Catherine Zucco / WWF

Das tut der WWF

Zwei von drei Fischbeständen in Europa sind überfischt. Die Überfischung hat ökologische, soziale und wirtschaftliche Folgen und gefährdet die Zukunft der Fischerei. Die Gemeinsame Fischereipolitik der EU (GFP) der letzten 30 Jahre galt als gescheitert und wurde vor kurzem reformiert. Im Januar 2014 ist die hart verhandelte, neue GFP in Kraft getreten. Sie ist eine kleine Revolution, hat den Praxistest aber noch vor sich. Der WWF setzt sich seit Jahren und so auch im Rahmen der GFP-Reform, für wirksame Gesetze für eine nachhaltigere, europäische Fischerei ein.

Der WWF setzt sich dafür ein, eine umweltverträgliche und langfristig ertragsfähige Fischereipolitik zu entwickeln und umzusetzen. Damit die biologischen Ressourcen langfristig erhalten und die Meere gesund bleiben, liegt uns auch ein besseres Management der Fangflotten am Herzen, das den Fischern ein wirtschaftliches Überleben sichert und sie langfristig von Subventionen unabhängig macht.

Gleichzeitig arbeitet der WWF direkt mit Fischereien und Unternehmen zusammen. In Pilotprojekten werden zum Beispiel praktische Lösungen zur Vermeidung von Beifang auf Ostseekuttern erprobt. Unternehmen wie EDEKAEDEKA beraten wir, wie sie ihr Sortiment auf umweltverträglichere Wildfisch- und Aquakulturprodukte umstellen können.

Gemeinsam mit Kollegen und Partnerorganisationen stehen wir kontinuierlich mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft auf nationaler und europäischer Ebene im Dialog, um dem Ziel einer nachhaltigen Meeresfischerei in Europa Schritt für Schritt näher zu kommen. Das vor kurzem beschlossene, neue europäische Fischereigesetz ist ein zentraler Meilenstein auf dem Weg dahin.

Darüber hinaus engagiert sich der WWF zum Beispiel im Korallen-DreieckKorallen-Dreieck – einem besonders artenreichen Gebiet vor der Küste Indonesiens, das droht, für immer zerstört zu werden. Hier arbeitet der WWF in konkreten Feldprojekten vor Ort, um Meeresschutzgebiete einzurichten und Fischbestände zu schützen. Aber auch einzelne Arten wie der Blauflossenthunfisch im Mittelmeer brauchen dringend Schutzmaßnahmen.

Unterstützen Sie uns

Unsere Lobby alleine reicht nicht – helfen Sie mit! Jeder kann dazu beitragen, die Fischerei nachhaltiger zu gestalten und unsere Meere gesund zu halten. Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Fragen oder Anregungen haben – wir tauschen uns gerne mit Ihnen aus.

KONTAKT

WWF Deutschland

Internationales WWF-Zentrum für Meeresschutz

Mönckebergstraße 27
20095 Hamburg
Tel: 040 530200-0

hamburg(at)wwf.de

 

   
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