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Stand: 27.03.2014

Bodenschleppnetze

Tonnenschwere Bodenschleppnetze verwüsten unsere Unterwasserlebensräume wie Bulldozer den Regenwald. Die ausgedehnten Kaltwasserkorallenriffe an Europas Kontinentalabhängen und in der Tiefsee können durch einen einzigen Schlepp eines Fischtrawlers unwiederbringlich zerstört werden.

Tiefsee-Trawler © Mike R. Jackson / WWF-Canon
Tiefsee-Trawler © Mike R. Jackson / WWF-Canon

In einzelnen Meeresgebieten sind auf diese Weise bereits bis zu 50 Prozent der Riffsubstanz verloren gegangen. Da heute bis in 2000 Meter Tiefe Fischfang betrieben wird, sind auch andere strukturreiche Lebensräume bedroht, wie die Lebensgemeinschaften der Seeberge, Tiefseeschwämme und so genannte Korallengärten.

Der WWF konnte bisher erreichen, dass die EU und regionale Fischereiorganisationen sowie einzelne Fangnationen große Flächen solcher empfindlicher Tiefsee-Ökosysteme für Bodenfischerei gesperrt hat. Allein im Nordostatlantik sind dies mehr als 600.000 Quadratkilometer, die sich auf folgende Gebiete verteilen: Norwegische und irische Kaltwasserkorallenriffe, Rockall und Hatton Bank, Mittelatlantischer Rücken, Gewässer der Azoren, Kanaren und Madeiras.

Bodenschleppnetze in Nord- und Ostsee

Aber auch in flacheren Meeresgebieten wie Nord- und Ostsee können Bodenschleppnetze große Schäden verursachen, die Lebensgemeinschaften der Weichböden massiv verändern und wichtige Steinriffe, Muschelbänke und andere artenreiche Oasen am Meeresgrund zerstören. Der WWF setzt sich dafür ein, dass in Meeresschutzgebieten mit solchen nach EU-Recht schützenswerten Lebensräumen Bodenfischerei mit mobilem Fanggerät unterbleibt. In der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone von Nord- und Ostsee betrifft dies Gebiete wie die Doggerbank, das Borkum- und Sylter Außenriff, Adlergrund und Oderbank.

Beifang

Doch nicht nur durch eine zu große Entnahme von Fisch ziehen wir viele Meerestiere in Mitleidenschaft, sondern auch durch den so genannten Beifang. Darunter versteht man ungewollt mitgefangene Meerestiere, die später tot oder sterbend ins Meer zurückgeworfen werden. Viele der heute eingesetzten Fanggeräte wie etwa produzieren hohe Beifangraten. 

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