WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 24.03.2014

Lärmverschmutzung unter Wasser

Unter Wasser gibt es vielfältige Quellen von Lärmverschmutzung, die uns Landbewohnern verborgen bleibt.

Meeressäuger wie der Schweinswal haben ein sensibles Gehör © naturepl.com / Florian Graner / WWF
Meeressäuger wie der Schweinswal haben ein sensibles Gehör © naturepl.com / Florian Graner / WWF

Beim Bau von Windkraftanlagen werden sogenannte Impulsrammungen durchgeführt, die mit Luftkanonen-Impulsen vergleichbar sind. Eine erhebliche Lärmbelastung geht auch mit der Erkundung von Öl- oder Gasvorkommen einher. Um derartige Vorkommen aufzufinden, müssen sogenannte seismische Untersuchungen durchgeführt werden. Dabei werden in schneller Abfolge (fünf bis zehn Sekunden) gerichtete Schallwellen in Richtung Meeresboden ausgesendet, welche mit jeweils mit einem explosionsartigen Knall und mit Schalldrücken von bis zu 265 Dezibel einhergehen. Ein unvorstellbarer Lärm, mehr als doppelt so laut wie ein startender Düsenjet in 100 Meter Entfernung. Die Schmerzgrenze beim Menschen liegt bei ca. 130 Dezibel. Für Meeressäuger, die oftmals ein sehr viel sensibles Gehör haben, hat diese Lärmbelastung weitreichende Folgen.

Für ein vollständig vom Gehör abhängiges Tier wie den Schweinswal (akustische Orientierung, Echoortung bei der Jagd und soziale Kommunikation) kommt selbst eine „nur“ dauerhafte Schädigung des Gehörs einem Todesurteil gleich. Zudem kann es bei Schalleinträgen und den dadurch bedingten Fluchtreaktionen während der Aufzuchtphase zur Trennung von Mutter-Kalb-Paaren kommen.

Der Lärm einer Luftkanone kann eine Fläche von über 300.000 Quadratkilometer beschallen und in Distanzen bis zu 4.000 Quadratkilometer gehört werden. Die durch seismische Tests ins Meerwasser eingebrachte Energie steht nach Nukleartests und sonstigen Explosionen an der dritten Stelle entsprechender schädlicher menschlicher Aktivitäten.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF