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Meeresnaturschutz: Netzwerk unter Wasser

Die Meere brauchen unseren Schutz. Gerade erst entdeckt die Menschheit die biologische Vielfalt der offenen Ozeane und die Schätze der Tiefsee, und schon jetzt wird deutlich, dass die Lebensgemeinschaften der Kaltwasserkorallenriffe, ‚Schwarzen Raucher’, Schwammbänke und Seeberge sowie die Tiefseefische selbst einer massiven Bedrohung ausgesetzt sind.

Meeresschutz, Meer, Schutzgebiet, Tiefsee
© Cat Holloway / WWF-Canon

Die bestandsbedrohende Befischung mit zerstörerischem Gerät wie Grundschleppnetzen, unkontrollierte Forschung und die Öl- und Gasgewinnung vernichten komplexe Ökosysteme, deren Gesundheit für den Erhalt ertragreicher Fischbestände sorgt. Der Schutz vor allem der Tiefsee ist somit allein ökonomisch ohne Alternative.

Schutz der Meere immer dringlicher

Der WWF Fachbereich Meeresschutz setzt sich ein für die Einrichtung eines Netzwerks mariner Schutzgebiete (insbesondere im Nordost-Atlantik, der Nord- und Ostsee), eine umweltverträgliche Neuausrichtung der gemeinsamen Fischereipolitik der Europäischen Union und ein Verbot der Grundschleppnetzfischerei in empfindlichen Habitaten. Als kritischer Beobachter in den wichtigsten Entscheidungs-Gremien nimmt der WWF Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Meeres- und Fischereipolitik. Um neue Entwicklungen anzustoßen wie die Ausweisung der weltweit ersten Schutzgebiete auf Hoher See, das heißt in internationalen Gewässern, ergreift der WWF häufig die Initiative, die dann von politischen Entscheidungsträgern und internationalen Abkommen übernommen wird.

 

Was dem WWF und vielen Partnern mit den küstennahen Meeresschutzgebieten gelungen ist – einzigartige Natur zu schützen und darin weitgehend nicht mehr einzugreifen – das fehlt im Meeresbereich vor unseren Küsten oder vor Westafrika noch fast gänzlich: der Schutz von marinen Nahrungs- und Rastflächen für Hunderttausende von Seevögeln sowie von eindrucksvollen Seegraswiesen, Tangwäldern oder Korallenriffen mit ihren faszinierenden, oft unbekannten Tier- und Pflanzenarten.

Mehr Schutzgebiete vonnöten

Unser Ziel ist ein weltumspannendes Netz von Meeresschutzgebieten, wodurch Wale, Robben, Meeresschildkröten, Fische, aber auch die an wirbellosen Tieren reichen Bodenlebensgemeinschaften, zum Beispiel in Korallengärten, überleben können.

 

Zur Zeit stehen etwa 1,6 Prozent der Meeresflächen der Weltozeane unter Schutz, im Gegensatz zu 15 Prozent an Land (Quelle: Protected Planet Report 2012: Tracking progress towards global targets for protected areas. Author: Bertzky, B., Corrigan, C., Kemsey, J., Kenney, S., Ravilious, C., Besançon, C., Burgess, N.). Im Nordostatlantik sind es 5,1 Prozent, in der Ostsee 10 Prozent. Die Vertragsstaaten des weltweiten Abkommens zur Biologischen Vielfalt (CBD) verpflichteten sich im Oktober 2010, bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent der Weltozeane als Meeresschutzgebiete auszuweisen.

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