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Stand: 24.07.2013

Die Verhandlungen um die Schutzgebiete in der Antarktis sind gescheitert

Fast hätte es gereicht, doch auf Druck Russlands scheiterte nach mehrtägigen Verhandlungen die Ausweisung der beiden größten Meeressschutzgebiete der Welt. Die Antarktis, eines der letzten unberührten Ökosystemen unseres Planeten, bleibt somit weiterhin stark bedroht. 

Die historische Chance, zwei Schutzgebiete in der Antarktis auszuweisen, wurde nicht genutzt. Die mehrtägige CCAMLR-Konferenz endete am 16. Juli 2013 ergebnislos. Wir haben mit unserem Experten Tim Packeiser gesprochen. Hören Sie hier das Interview an: 

Der Ozean um die Antarktis umfasst die am wenigsten berührten Meere der Erde. Das Südpolarmeer bedeckt etwa zehn Prozent der Weltmeeresfläche und gehört zu den bedeutendsten marinen Ökosystemen und zu den produktivsten Meeren unseres Planeten. Aber auch der südliche Ozean ist bedroht: durch den Klimawandel, durch die massive Fischerei und durch Tourismus.

Vom 11. – 16. Juli 2013 hat sich in Bremerhaven die „Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR)“ zu einer Sondersitzung getroffen. Einziger Punkt auf der Agenda war die Ausweisung zweier Schutzgebiete. Konkret geht es um das Rossmeer, das von Wissenschaftlern aufgrund seiner Unberührtheit auch als das „letzte Meer“ bezeichnet wird, und die Küstenregion der östlichen Antarktis. Beide sollten den Status „Marine Protected Areas" (MPAs) erhalten.

Doch die historische Chance wurde nicht genutzt. Stattdessen endete die mehrtägige CCAMLR-Konferenz am 16. Juli 2013 ergebnislos. Grund dafür war die Blockadehaltung der russischen Delegation, die keinen der vorgeschlagenen Kompromisse akzeptieren konnte. Für Umweltschützer ist das ein bitterer Tag für den Meeresschutz rund um die Antarktis.  

 

„Nach zwei Jahren Vorbereitung und obwohl Russland dieses Treffen zur Beilegung wissenschaftlicher Bedenken hinsichtlich der Schutzvorschläge für das Rossmeer und die Ostantarktis beantragt hat, verlassen die  Mitglieder von CCAMLR Bremerhaven nun mit leeren Händen“, kritisiert Steve Campbell, Direktor der Antarctic Ocean Alliance. „Außer Russland sind alle Staaten mit guter Hoffnung angereist.“

Petition für die Zukunft der Antarktis

Die Verhandlungen der CCAMLR fanden hinter verschlossenen Türen statt. Aus diesem Grund hatten sich rund 30 führende Umweltorganisationen, darunter auch der WWF, zur „Antarctic Ocean Alliance“ (AOA) zusammengeschlossen. Sie wollten dafür sorgen, dass die Weltöffentlichkeit nicht ausgesperrt wird. Mit einer gemeinsamen Kampagne riefen sie daher alle Menschen dazu auf, ihre Petition zu unterschreiben. Damit wollten sie die Delegierten an deren Verantwortung erinnern, sich für den Erhalt der Meeresschätze einzusetzen. Unterstützung erhielt die Allianz dabei unter anderem von den beiden Schauspielern Leonardo DiCaprio und Edward Norton.

#AntarcticOcean: Twitteraktion zur Konferenz

Am 11. Juli startete eine weltweite Twitteraktion. Die Tweets mit #AntarcticOcean liefen auf einer Twitterwall aus Eis ein. Der WWF Deutschland sowie zahlreiche andere Umweltschutzorganisationen hatten sich an dieser Aktion beteiligt. 

 

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