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Charlie-Gibbs: Das größte Tiefsee-Schutzgebiet im Atlantik

Auf WWF-Initiative stellten 15 Staaten des OSPAR-Abkommens im Jahr 2010 und 2012 sieben Hohe-See-Gebiete im Nordostatlantik unter Schutz – darunter zwei große Abschnitte des Mittelatlantischen Rückens. Die neuen Meeresschutzgebiete sind zusammen etwa so groß wie drei Viertel der Fläche Deutschlands.

Eines davon ist die „Charlie-Gibbs Marine Protected Area“, mit rund 324.000 Quadratkilometern das weltweit größte Schutzgebiet auf Hoher See. Es umfasst einen 700 bis 4.500 Meter tiefen Canyon, der die unterseeische Bergkette des Mittelatlantischen Rückens durchschneidet. Er beherbergt eine sehr reiche Meeresfauna: Seeberge, Korallengärten und Schwammbänke bieten bedrohten Tiefseefischen einen vielfältigen Lebensraum.

Teuthowenia megalops. © Richard Young / MAR-ECO
Teuthowenia megalops. © Richard Young / MAR-ECO

An der Meeresoberfläche treffen sich polare Wassermassen mit Ausläufern des Golfstroms, was zu ungeheurer Produktion von Plankton und Fischen führt. Blauwale und Lederschildkröten legen dort einen Zwischenstopp auf ihren Wanderungen ein. Gelbschnabelsturmtaucher von den Azoren legen weite Strecken zurück, um dort nach Nahrung zu suchen.

 

Vor allem die empfindlichen Seeberge und Kaltwasserkorallenriffe mit ihrer reichen Besiedelung sollen hier vor mechanischer Zerstörung wie zum Beispiel durch Fischerei-Schleppnetze oder Bergbau geschützt werden. Im Sommer 2012 wird die Schutzgebietsfläche voraussichtlich sogar noch mehr als verdoppelt werden. 

 

Coryphaenoides rupestris. © Øystein Paulsen / MAR-ECO
Coryphaenoides rupestris. © Øystein Paulsen / MAR-ECO

Tiefsee online

Anders als Natur an Land ist die Lebewelt der Tiefsee für die meisten Menschen unsichtbar. Ab Juni 2012 nicht mehr: Jetzt kann man am Bildschirm der Tiefsee auf den Grund gehen. Unter www.charlie-gibbs.org bietet der WWF mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz Fachpublikum und interessierten Laien einen Einblick in die artenreichen Tiefseelebensräume der Charlie-Gibbs-Bruchzone.

 

Besonders sehenswert auf der englischsprachigen Webseite: Ein Video über die Erforschung dieser Tiefseezone, ein „Explorer“, mit dem man bis 4.000 Meter abwärts Lebewesen erkunden kann sowie Seiten mit „Quick Facts“ für Schnellleser. Finanziert wurde die Seite durch Erlöse aus der „Briefmarke mit dem Plus“  zum Thema Meeresschutz aus dem Jahr 2010.

 

Mit dem neuen Internetauftritt will der WWF bei Entscheidungsträgern, Fachleuten und internationalen Gremien dafür werben, dass auch in anderen Ozeanregionen der Schutz der Hohen See und Tiefsee vorangetrieben wird.

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