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Stand: 01.11.2013

Schutz der Antarktis auf Eis gelegt

Die internationalen Gespräche im australischen Hobart zum Schutz des antarktischen Ozeans endeten ohne Einigung. Einige der letzten unberührten Meere bleiben schutzlos.

Konkret geht es um das Rossmeer, das von Wissenschaftlern aufgrund seiner Unberührtheit auch als das "letzte Meer" bezeichnet wird, sowie die Küstenregion der östlichen Antarktis. Beide sollten den Status "Marine Protected Areas" (MPAs) erhalten. Schon im Juli 2013 endeten die Gespräche der "Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis" (CCAMLR) in Bremerhaven ergebnislos.

Keine Chance – auch nicht für Kompromisse

Verhandelt wurden in Australien bereits „entschärfte“ Kompromissvorschläge, die deutlich weniger Fläche und Auflagen für die Schutzzonen vorsehen, als ursprünglich gefordert. Über die genauen Auflagen und Verbote sollte anschließend separat verhandelt werden. Doch nicht einmal auf die Kompromissvorschläge konnten sich die Delegierten einigen.

„Einer der letzten unberührten Orte“

Das hochproduktive Südpolarmeer bedeckt etwa zehn Prozent der Weltmeeresfläche. Sie sind extrem verwundbar: durch den Klimawandel, durch die wachsende Fischerei und durch Tourismus. "Ich war im letzten Jahr dort und habe Dutzende von Walen, hunderte Robben und Albatrosse und tausende Pinguine gesehen. Es sind mit die letzten weitgehend unberührten Orte der Welt", sagt WWF-Sprecher Bob Zuur. "Es ist so offensichtlich, dass diese Gebiete geschützt werden müssen. Aber der Fokus lag mal wieder auf Fischerei-Interessen. Wir erwarten, dass CCAMLR 2014 Jahr seine Selbstverpflichtung, diesen sensiblen Ozean der Erde wirksam zu schützen, auch erfüllt", fordert WWF-Experte Zuur weiter.

Der ökologische Wert der Gebiete ist unumstritten: Das massenhafte Krill-Vorkommen im hochproduktiven Ökosystem des Südpolarmeers ist Nahrungsgrundlage für verschiedene Arten von Robben, Walen und Fischen. 18 der 20 bekannten Albatross-Arten halten sich zumindest zeitweise hier auf. Fünf Arten von Pinguinen leben hier.

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