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Stand: 06.01.2016

Öl- und Gasförderung

Die Erkundung von Lagerstätten und Förderung fossiler Energieträger aus geologischen Schichten unter dem Meeresboden ist mit großen Belastungen der Ozeane und Risiken für die Meeresumwelt verbunden. 

Ölplattform Mittelplate © Klaus Günther / WWF
Ölplattform Mittelplate © Klaus Günther / WWF

Es gibt zwar regionale und einzelstaatliche Vorschriften, um den Betrieb sauberer und sicherer zu machen, jedoch weder ein weltweites Abkommen noch wie bei der Schifffahrt einen Haftungsfond der Betreiber, um Umweltschäden ggf. zu kompensieren. Die bisher verheerendste Ölkatastrophe wurde im Jahr 2010 durch die Explosion der Plattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko ausgelöst, wodurch die marinen Ökosysteme im Golf von Mexiko erheblichen Schaden erlitten. Der Vorfall zeigt, wie unkontrollierbar und riskant die Ölförderung im Meer ist.

Manche Meeresgebiete wie die Nordsee sind mit Hunderten von Förderplattformen bebaut, die auch im Normalbetrieb das Meer über die Jahre chronisch mit Chemikalien, ölhaltigen Abwässern und giftigen Bohrschlämmen verseucht haben. Der WWF setzte sich dafür ein, dass stillgelegte Anlagen nur an Land entsorgt werden dürfen, was von der OSPAR Kommission zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantik seit 1998 verbindlich vorgeschrieben ist. Ebenso fordern wir seit 2010 von OSPAR sowie der EU, ein Moratorium für Tiefseebohrungen zu verabschieden.

Doch der Stress für Meeresbewohner wie Schweinswale und Delfine beginnt bereits mit der seismischen Erkundung von Lagerstätten durch sogenannte Schallkanonen, deren Impulse das lebenswichtige Gehörorgan dieser Tiere schädigen und verletzen können. Der WWF setzt sich dafür ein, Öl- und Gaserkundung in Meeresschutzgebieten nicht zuzulassen. Daher haben WWF und andere Umweltorganisationen die Pläne Dänemarks für weitere Erkundungen in der Nähe der Doggerbank in der mittleren Nordsee mit ihrer gemeinsamen Stellungnahme abgelehnt.

CO2-Speicherung

Leere Lagerstätten von Öl- und Gas werden von der Industrie genutzt, um Kohlendioxid darin zu verpressen und zu speichern (CCS, Carbon Capture and Storage). Der WWF akzeptiert diese Methode nur als Maßnahme, um Prozessabgase aus der Biosphäre zu entfernen. Wir haben uns bei den internationalen Meeresschutzabkommen erfolgreich dafür eingesetzt, dass CCS im Meer nur unter strengen Auflagen stattfindet. Zum Beispiel darf nicht unter Meeresböden tiefer als 500 Meter verpresst werden, damit im Fall eines Lecks unter dem in tieferem Wasser herrschenden Druck kein flüssiges Kohlendioxid austritt. Verklappung von Kohlendioxid in der Wassersäule der Tiefsee wurde international verboten. Der WWF lehnt Vorhaben ab, bei denen Kohlendioxid nur in geologische Schichten injiziert wird, um den letzten Tropfen Öl herauszupressen.

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