WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 26.06.2013

Baggern, Bohren, Fischen - Meere ohne Schutz

Eine neue Regierung muss Schutzgebiete in Nord- und Ostsee besser schützen.

© Hans-Ulrich Rösner / WWF
© Hans-Ulrich Rösner / WWF

Vor fast sechs Jahren hat die EU zehn von der Bundesregierung gemeldete Meeresareale als „Natura 2000“-Schutzgebiete in der sogenannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, auch „200-Meilen-Zone“) ausgewiesen – vier in der Nordsee, sechs in der Ostsee. Sandbänke und Riffe, Meeressäuger und Seevögel sollten geschont werden. Aber seitdem ist wenig passiert. Zu wenig. Nur Windräder sind dort verboten. Noch darf jeder Quadratmeter befischt werden. Bagger dürfen Sand und Kies ausbuddeln, Öl- und Gasfirmen neue Vorkommen erkunden. Es fehlen strikte Auflagen für die Wirtschaft.

Verabschiedet eine neue Regierung nicht binnen weniger Monate einen Katalog von Maßnahmen, drohen teure Vertragsstrafen. Die Zeit ist knapp. Das Ökosystem Meer ist in Not. Bestes Beispiel: der Schweinswal, der einzige Wal an deutschen Küsten. Um Luft zu holen, muss er regelmäßig auftauchen. Zu oft kommen ihm dabei die Fischfänger mit ihren Stellnetzen in die Quere, in denen er sich verfängt und erstickt. In der mittleren Ostsee gibt es allenfalls noch 600 Tiere. Auf der Roten Liste der gefährdeten Arten ist dieser Bestand als „stark gefährdet“ eingestuft.

Die Hälfte der geschützten Meeresfläche muss daher für menschliche Eingriffe zur Tabuzone erklärt und der Rest nur für ökologisch unbedenkliche Nutzungen zugelassen werden. Der Schweinswal würde profitieren, genauso rare Speisefische wie der Kabeljau. Alle wissenschaftlichen Vorarbeiten sind bereits geleistet. Die sofortige Umsetzung der Empfehlungen muss daher eine der ersten Amtshandlungen der neuen Regierung sein.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen
Sie den WWF
Unterstützen
Sie den WWF