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Stand: 26.06.2013

Energiewende - Baustelle Deutschland

Deutschland baut als erste moderne Industriegesellschaft seine Energieversorgung um auf erneuerbare Energien. Eine Regierung, die diesen Weg erfolgreich gehen will, muss schnell die richtigen Weichen stellen.

Erneuerbare Energien ausbauen, Versorgung sichern, Strommarkt verändern

Wind- und Solarkraftwerke stehen nicht immer dort, wo der Strom gebraucht wird. © Global Warming Images / WWF-Canon
Wind- und Solarkraftwerke stehen nicht immer dort, wo der Strom gebraucht wird. © Global Warming Images / WWF-Canon

Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht rasant voran. Doch die Wind- und Solarkraftwerke stehen nicht immer dort, wo der Strom gebraucht wird. Sie liefern auch nur dann Energie, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Das heißt: Deutschland muss die Lücken füllen, bis die Infrastruktur des regenerativen Stromsystems steht. In den nächsten Dekaden werden noch einige konventionelle Kraftwerke gebraucht, die schnell einspringen können. Das sind vor allem flexible Gaskraftwerke. Die belasten das Klima weniger. Doch: Der Markt muss entsprechend den neuen Anforderungen gestaltet werden. Das bewährte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) muss für diese neue Phase fit gemacht werden. Der Ausbau von Solar- und Windkraft hat aber auch dazu geführt, dass fossile Kraftwerke oft nicht mehr ihre Betriebskosten decken können und sich Investitionen in neue Gaskraftwerke nicht mehr lohnen, da sie viel weniger Stunden im Jahr laufen. Zukünftig soll nicht nur die Lieferung von Strommengen honoriert werden, sondern auch das Vorhalten eines Kraftwerkes für wind- und sonnenarme Stunden. Dies muss so ökonomisch günstig wie ökologisch sinnvoll passieren. Der WWF schlägt dafür das Modell des „fokussierten Kapazitätsmarkts“ vor.

Energieverbrauch senken

Der Energieverbrauch muss bis zum Jahr 2050 halbiert werden. Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, dass der deutsche Energieverbrauch bis 2020 bereits um ein Fünftel sinkt. Das heißt vor allem: Die Gebäudesanierungsquote muss sich verdoppeln. Der WWF setzt sich für eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung ein. Begleitend sollen Energieversorger mit einem sogenannten „Weiße Zertifikate“-System zu verbindlichen jährlichen Energieeinsparungen verpflichtet werden.

Bürger beteiligen

Die Energiewende und der Ausbau neuer Infrastrukturen kann nur mit der Unterstützung ganz vieler Menschen erfolgreich umgesetzt werden. Ein enger Schulterschluss aller Akteure ist nötig, um den Umbau der Energieversorgung weiter voranzutreiben. Der WWF hat zusammen mit dem Bundesverband der deutschen Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) vorgeschlagen, ein „Nationales Forum Energiewende“ zu gründen, um schnell, systematisch und umfassend mit den unterschiedlichen Akteuren effektive Lösungen zu entwickeln und Hindernisse abzubauen.

Kosten ehrlich benennen und fair verteilen

Der Strompreis wäre in den kommenden Jahren auch ohne Energiewende gestiegen. Denn in den vergangenen Jahren wurde einfach sehr wenig in Kraftwerke und Netze investiert. Das muss nun nachgeholt werden. Die Kosten hierfür und die für den Ausbau der erneuerbaren Energien werden aber nicht gerecht verteilt. So verbrauchen die größten Stromschlucker 18 Prozent der Elektrizität, zahlen aber nur 0,3 Prozent der Umlage, die sonst jeder mit seiner Stromrechnung für die erneuerbaren Energien leistet. Dass zu viele solcher Industriebetriebe befreit sind, macht den Strom für den Bürger teurer. Das muss korrigiert werden.

Emissionszertifikate verknappen

Das europäische Emissionshandelssystem ist in der Krise, da das System viele Geburtsfehler hat. Zu viele Zertifikate sind nun im System. Die Verdrängung klimaschädlicher Kraftwerke und Produktionsanlagen wird schwerer und der Umstieg auf erneuerbare Energien teurer. Wenn CO2-Emissionsrechte nicht zu angemessenen Preisen versteigert werden können, fehlen außerdem Finanzmittel für den nationalen und den internationalen Klimaschutz. Der WWF tritt für ein umfassendes Reparaturprogramm des Emissionshandelssystems ein.

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