WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 26.06.2013

Natur- und Umweltschutz: Wo ist die Trendwende?

1997, 2002, 2013 ... Das dritte „Jahrhunderthochwasser“ in Deutschland binnen 16 Jahren hat es wieder vor Augen geführt: Die Natur schlägt zurück, wo der Mensch unverantwortlich in sie eingreift. Auenvernichtung, Flussbegradigung und Versiegelung der Landschaft sind neben ungewöhnlich starken Regenfällen die Hauptursachen für die Flutkatastrophe dieses Sommers. Und nach allen Vorhersagen werden wir uns zunehmend auf extreme Wetterereignisse als Folge des Klimawandels einstellen müssen.

Jahrhundertflut an der Elbe 2013. © Wolf-Ingo Kiwitz / blue-vision-media / WWF
Jahrhundertflut an der Elbe 2013. © Wolf-Ingo Kiwitz / blue-vision-media / WWF

Dieses und noch viel mehr ist Anlass genug, dem Umwelt- und Naturschutz im Wahljahr die notwendige Bedeutung beizumessen. So sieht das die große Mehrheit der Menschen hierzulande. Das zeigen alle Umfragen. Klar ist Konsequenter als bisher müssen wir die Energiewende voranbringen statt sie zu zerreden. Wir müssen die Bevölkerung einbeziehen und sie für eine Sache begeistern, von der wir alle profitieren. Und nicht zuletzt müssen wir der Natur und ihrem Schutz wieder mehr Raum geben.

Für das, was die Natur kostenfrei für uns leistet, haben die Ökonomen beeindruckende Zahlen ermittelt. So erzeugen Bienen durch die Bestäubung der Nutzpflanzen einen wirtschaftlichen Wert zwischen zwei und acht Milliarden US-Dollar pro Jahr. Und allein die jährliche Wertschöpfung aus den Naturschutzgebieten der Welt übersteigt die der globalen Informationstechnologiebranche, der Automobilunternehmen und der Stahlindustrie zusammen. Also: Unser Naturkapital liefert mehrfache Dividende.

Eine neue Bundesregierung muss mehr tun, als bisher getan wurde. Noch im Wahljahr bremst die jetzige Koalition die Europäische Kommission, die die Agrarpolitik ökologischer machen und milliardenschwere Subventionen für Bauern an striktere Umweltauflagen knüpfen wollte. Der WWF fordert für die nächste Wahlperiode, Forschung und Förderung so gestalten, dass sich die ökologische Landwirtschaft besser entwickeln kann – vor allem aber, dass wir die gesamte Landwirtschaft stärker ökologisch ausrichten. Es muss Schluss sein mit Monokulturen, mit ungezügelter Massentierhaltung, die auf gigantische Futtermittelimporte angewiesen ist. Den dafür benötigten Anbauflächen fallen wertvolle Tropenwaldflächen riesigen Ausmaßes zum Opfer.

Der WWF fordert von einer neuen Bundesregierung eine Trendwende. Sie muss dafür sorgen, dass in allen Ministerien das Nachhaltigkeitsprinzip und der Erhalt der biologischen Vielfalt zur verbindlichen Handlungsmaxime wird. Für beides liegen Strategien und Zielvorgaben vor. Jetzt brauchen wir eine Regierung, die sie endlich umsetzt.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen
Sie den WWF
Unterstützen
Sie den WWF