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Stand: 23.09.2013

WWF-Kommentar zur Bundestagswahl: Noch eine Überraschung, bitte!

Alois Vedder, Leiter Politik beim WWF Deutschland © David Biene / WWF
Alois Vedder, Leiter Politik beim WWF Deutschland © David Biene / WWF

Nach der Wahl ist vor der Qual. Das gilt sicher für alle Parteien, die es nach dem überraschenden Ergebnis vom Sonntag in den Bundestag geschafft haben. Welcher potenzielle Koalitionspartner möchte sich als nächstes von Merkels Popularität erdrücken lassen? Und wie hoch ist der Preis, den wiederum sie zahlen muss, um einen Koalitionspartner bei SPD oder Grünen zu finden? Oder vereinigen sich die drei abgeschlagenen Parteien SPD, Grüne und LINKE doch zu einer Notgemeinschaft? Letzteres ist die derzeit wohl unwahrscheinlichste Variante.

In allen neuen Konstellationen liegt aber eine Chance. Befreit von der Blockadehaltung des FDP-Wirtschaftsministers Rösler und der dahinter stehenden Wirtschaftslobby könnten sogar unter CDU/CSU-Führung grobe Fehler der letzten vier Jahre korrigiert werden. Die Wiederbelebung des EU-Emissionshandels, verbindliche Maßnahmen zur Energieeffizienz, ausreichende Förderung und Anreize zur energetischen Gebäudesanierung, ein zukunftsfähiges System zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, weniger Ausnahmen für energieintensive Industrien, usw. – kurz gesagt: Weg von der reinen Strompreisdebatte, Umschalten zu einem wirklich konsequenten Vorgehen bei der Energiewende und zurück auf den Weg zu den deutschen Klimaschutzzielen. Dafür ist Geschick und Hartnäckigkeit der Umweltpolitiker in den Verhandlungsrunden gefragt.

Und wir alle müssen die möglichen Verhandlungspartner immer wieder daran erinnern, dass sie das nahezu völlig verdrängte Problem unseres schwindenden Naturkapitals – der biologischen Vielfalt – ernster nehmen als bisher. Die Mega-Flut dieses Sommers hat schmerzlich daran erinnert, dass der natürliche Hochwasserschutz immer noch zu sehr vernachlässigt wurde. Und die Wünsche sehr, sehr vieler Menschen nach einer naturverträglicheren Landwirtschaft wurden immer noch nicht genügend ernst genommen. An die Arbeit, der Wahlkampf ist vorbei - überrascht uns bitte positiv!

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