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Stand: 26.10.2016

Die globale Nachhaltigkeitsagenda ab 2015

Auf dem Rio+20-Gipfel 2012 wurde beschlossen, die 2015 auslaufenden Milleniums-Entwicklungsziele in global gültige „Nachhaltige Entwicklungsziele“ (SDGs) zu integrieren und so ein gleichwertiges Miteinander von sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedürfnissen zu erreichen. Im September 2015 wurde diese SDGs auf einem UN-Gipfel beschlossen.

Auf dem Rio+20-Gipfel 2012 wurde die Entwicklung einer globalen Nachhaltigkeitsagenda ab 2015 beschlossen. © UN-Photo Maria Elisa Franco
Auf dem Rio+20-Gipfel 2012 wurde die Entwicklung einer globalen Nachhaltigkeitsagenda ab 2015 beschlossen. © UN-Photo Maria Elisa Franco

Eines der bedeutenderen Ergebnisse des Rio+20-Gipfels im Juni 2012 war der Beschluss, die 2015 auslaufenden Milleniums-Entwicklungsziele (Millenium Development Goals - MDGs) durch „Nachhaltige Entwicklungsziele“ (Sustainable Development Goals - SDGs) abzulösen. Darin sollen die teils noch unerfüllten Vorhaben der MDGs fortgeführt und aktualisiert sowie auf gleichberechtigter Ebene mit neuen, ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen ergänzt werden. Frist für die Erreichung der SDGs ist 2030.

Mehr Nachhaltigkeit für alle UN-Mitgliedsstaaten

Im Gegensatz zu den MDGs geht es bei den SDGs nicht mehr nur um eine Nord-Süd-Unterstützung – die natürlich weiterhin Bestandteil ist –, sondern alle UN-Mitgliedsstaaten sollen in die Pflicht genommen werden, auch auf ihrem eigenen Staatsgebiet die Transformation in eine nachhaltigere Wirtschafts- und Lebensweise umzusetzen. Auch Deutschland und Europa werden deshalb ihre Nachhaltigkeitspolitik verstärken müssen.

In verschiedenen Arbeitsprozessen wurde die Entscheidungsvorlage vorbereitet. Eine „Open Working Group on Sustainable Development Goals“ (kurz OWG) hat die inhaltliche Ausgestaltung der Ziele in ihrem "Proposal for Sustainable Development Goals" vorbereitet und diese Vorschläge im Sommer 2014 dem UN-Generalsekretär präsentiert. Sie wurde dann zur Hauptgrundlage für die entscheidende Verhandlungsphase 2014/2015. Im Juli 2015 wurden die Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten mit dem Abschlussdokument ("Transforming our World: The 2030 Agenda for sustainable development") abgeschlossen und die OWG-Vorschläge im Wesentlichen bestätigt. Im September 2015 hat der UN-Gipfel auf dieser Grundlage die Agenda 2030 mit den SDGs entschieden.

Wofür setzt sich der WWF ein?

Der WWF engagierte sich global auf allen Ebenen – auf nationaler Ebene bei den beteiligten Regierungen, bei der EU und bei den UN-Verhandlungen und -Entscheidungen in New York, damit die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Bedeutung von Ökosystemen mit ihren Leistungen für Mensch und Wirtschaft in den globalen Weichenstellungen zum Tragen kommen.

 

Viele WWF-Anliegen sind in die verschiedenen Entwurfsfassungen aufgenommen worden und finden sich jetzt auch im Abschlussdokument wieder. Jetzt geht es darum, dass die Ziele von allen UN-Mitgliedsstaaten 1:1 umgesetzt werden. Denn sowohl von einigen Regierungen als auch aus Kreisen der Wirtschaft wird die Bedeutung der ökologischen Ziele immer wieder infrage gestellt. Aus unserer Sicht ist der Schutz von Wasser, Klima und biologischer Vielfalt jedoch eine Grundbedingung für jede künftige gesellschaftliche Entwicklung, ohne deren Schutz und nachhaltig betriebene Nutzung in Zukunft weder Hunger und Armut abnehmen werden noch dauerhafter wirtschaftlicher Wohlstand erreichbar sein wird. Dem WWF Deutschland ist es deshalb besonders wichtig, dass sich dieser Grundgedanke auch in der Umsetzung der Ziele in und durch Deutschland wiederfindet.

 

Die Bundesregierung hat nun am 31. Mai 2016 den Entwurf einer erneuerten Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie (NNS) veröffentlicht, die das Hauptinstrument zur deutschen Umsetzung der SDGs bilden soll und eine zweimonatige Konsultationsphase festgelegt, zu der der WWF einen ausführlichen Beitrag eingereicht hat. Bisher (Stand Ende Oktober 2016) liegt noch keine Neufassung des NNS-Entwurfes vor. Wir bleiben dran.

Unten finden Sie die wichtigsten Dokumente zur Agenda 2030 und die WWF-Bewertung dazu als Pressemitteilung, sowie der NNS-Entwurf der Bundesregierung und die WWF-Stellungnahme:

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