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Stand: 19.08.2015

Die globale Nachhaltigkeitsagenda ab 2015

Auf dem Rio+20-Gipfel 2012 wurde beschlossen, die 2015 auslaufenden Milleniums-Entwicklungsziele in global gültige „Nachhaltige Entwicklungsziele“ zu integrieren und so ein gleichwertiges Miteinander von sozialen, ökologischen und ökonomischen Bedürfnissen zu erreichen.

Auf dem Rio+20-Gipfel 2012 wurde die globale Nachhaltigkeitsagenda ab 2015 beschlossen. © UN-Photo Maria Elisa Franco
Auf dem Rio+20-Gipfel 2012 wurde die globale Nachhaltigkeitsagenda ab 2015 beschlossen. © UN-Photo Maria Elisa Franco

Eines der bedeutenderen Ergebnisse des Rio+20-Gipfels im Juni 2012 war der Beschluss, die 2015 auslaufenden Milleniums-Entwicklungsziele (Millenium Development Goals - MDGs) durch „Nachhaltige Entwicklungsziele“ (Sustainable Development Goals - SDGs) abzulösen. Darin sollen die teils noch unerfüllten Vorhaben der MDGs fortgeführt und aktualisiert sowie auf gleichberechtigter Ebene mit neuen, ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen ergänzt werden. Frist für die Erreichung der SDGs ist 2030.

 

Im Gegensatz zu den MDGs geht es bei den SDGs nicht mehr nur um eine Nord-Süd-Unterstützung – die natürlich weiterhin Bestandteil ist –, sondern alle UN-Mitgliedsstaaten sollen in die Pflicht genommen werden, auch auf ihrem eigenen Staatsgebiet die Transformation in eine nachhaltigere Wirtschafts- und Lebensweise umzusetzen – auch Deutschland und Europa werden deshalb ihre Nachhaltigkeitspolitik verstärken müssen.

 

In verschiedenen Arbeitsprozessen wurde inzwischen die Entscheidungsvorlage vorbereitet. So hat bereits im Sommer 2013 das internationale „High Level Panel of Eminent Persons“ (von deutscher Seite war hier Bundespräsident a.D. Dr. Horst Köhler beteiligt) seinen Bericht „A New Global Partnership“ abgeliefert. Das „Intergovernmental Committee of Experts on Sustainable Development Financing“ analysierte Finanzierungsinstrumente für die Zielerreichung. Die für den WWF zwischenzeitlich wichtigste Arbeitsgruppe war die „Open Working Group on Sustainable Development Goals“ – kurz OWG. Sie hat die inhaltliche Ausgestaltung der Ziele in ihrem "Proposal for Sustainable Development Goals" vorbereitet, und diese Vorschläge im Sommer 2014 dem UN-Generalsekretär präsentiert. Sie wurde dann zur Hauptgrundlage für die entscheidende Verhandlungsphase 2014/2015. Im Juli 2015 wurden nun die Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten mit dem Abschlussdokument ("Transforming our World: The 2030 Agenda for sustainable development") abgeschlossen. Im September 2015 wird der UN-Gipfel mit diesem Dokument dann über die Ziele für die nächsten 15 Jahre entscheiden. Ebenfalls im Juli 2015 fand in Addis Abeba die globale Konferenz zur Finanzierung nachhaltiger Entwicklung statt, die verbesserte finanzielle Grundlagen für die Umsetzung der SDGs schaffte, wenn auch kaum Fortschritt beim Erreichen der für 2015 zugesagten staatlichen Entwicklungshilfe oder bei der Abschaffung umweltschädlicher Subventionen erzielt wurde.

 

Der WWF engagierte und engagiert sich weiter auf allen Ebenen – auf nationaler Ebene bei den beteiligten Regierungen, bei der EU, sowie jeweils mit einem kleinen WWF-Team aus verschiedenen Kontinenten, bei dern Verhandlungen und Entscheidungen auf UN-Ebene in New York, damit die Erhaltung der natürlichen Ressourcen und die Bedeutung von Ökosystemen mit ihren Leistungen für Mensch und Wirtschaft in den globalen Weichenstellungen zum Tragen kommen.

 

Viele WWF-Anliegen sind in die verschiedenen Entwurfsfassungen aufgenommen worden und finden sich jetzt auch im Abschlussdokument wieder. Jetzt geht es darum, dass die Ziele von allen UN-Mitgliedsstaaten 1:1 umgesetzt werden. Denn sowohl von einigen Regierungen als auch aus Kreisen der Wirtschaft wird die Bedeutung der ökologischen Ziele immer wieder infrage gestellt. Aus unserer Sicht ist der Schutz von Wasser, Klima und biologischer Vielfalt jedoch eine Grundbedingung für jede künftige gesellschaftliche Entwicklung, ohne deren Schutz und nachhaltig betriebene Nutzung in Zukunft weder Hunger und Armut abnehmen werden noch dauerhafter wirtschaftlicher Wohlstand erreichbar sein wird. Dem WWF Deutschland ist es deshalb besonders wichtig, dass sich dieser Grundgedanke auch in der Umsetzung der Ziele in und durch Deutschland wiederfindet.

 

Unter "Weitere Informationen" finden Sie die wichtigsten Dokumente zu den bisherigen Verhandlungen, das Abschlussdokument und dessen WWF-Bewertung in einer Pressemitteilung. Demnächst sind hier auch aktuelle Positionen zur Planung der Umsetzung durch die Bundesregierung zu finden. 

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