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Aktuelle Berichte vom Weltgipfel in Rio de Janeiro

22. Juni: Bittere Wahrheiten am Zuckerhut

"Die Besteigung des Rio+20-Gipfels in Brasilien endet im Basislager", so das ernüchternde Fazit des WWF Deutschland vor dem letzten Verhandlungstag, an dem keine Durchbrüche mehr zu erwarten sind. "Das Ergebnis ist Lichtjahre entfernt von dem, was die Erde und die Menschheit braucht“, so Alois Vedder, der für den WWF Deutschland am Gipfel teilnimmt. Offenbar sei derzeit auf UN-Ebene nicht mehr möglich.


Insbesondere die EU verliere bei den internationalen Verhandlungen immer mehr an Bedeutung und müsse sich wegen des veränderten globalen Machtgefüges strategisch neu orientieren. Die Europäer haben in den Vorverhandlungen noch einige positive Akzente etwa zum Schutz der Meere, zum Abbau umweltzerstörerischer Subventionen oder zu den Nachhaltigkeitszielen eingebracht. Im Abschlussdokument sei davon aber kaum etwas übriggeblieben.


Weiterlesen und Kurzbewertung der Ergebnisse

21. Juni: Zehn klare Worte und 514 Mal Wischiwaschi

Einer der ganz seltenen Vertreter der nächsten Generation beim Weltgipfel Rio+20. © Felix Gnehm / WWF Schweiz

Dieser kleine Einjährige ist hier an der Rio+20 Konferenz einer der ganz seltenen Vertreter der nächsten Generation. Er versteht zum Glück noch nicht, dass er eigentlich keinen Grund zum Lachen hat. Seine zukünftigen Interessen gehen hier meist unter – was nicht erstaunlich ist. Denn diejenigen, die über seine Zukunft entscheiden sind meist weit über 40 und männlich. 


Der Junge sitzt unweit mächtiger Staatsoberhäupter, die nach Rio de Janeiro gereist sind, um Kriterien für eine nachhaltige Zukunft zu diskutieren. 193 Delegationen haben nun fast zwei Jahre verhandelt. Der Prozess fand unter der Leitung der UNO Kommission für nachhaltige Entwicklung statt, die aus dem Erdgipfel 1992 entstanden ist. Was sich nun, nach all diesen Vorverhandlungen, in Rio abzeichnet, ist gelinde gesagt wenig beeindruckend.

USA und Kanada stecken Kopf in den Sand

Beeindruckend war dagegen, dass eine riesige Koalition von Entwicklungs- und Schwellenländer unter dem Schirm der „Gruppe der 77“ oder kurz G77 mit einer Stimme auftrat. Die Allianz hielt bis am Schluss dicht und bildete neben der EU den zweiten grossen Block. Die USA und Kanada stecken derweil schon lange ihren Kopf in den Sand und verhalten sich weder konstruktiv noch umweltfreundlich. Unter diesen politischen Voraussetzungen war eine visionäre Entwicklungs- und Umweltdeklaration leider nicht zu erwarten. 


Der WWF schaute sich übrigens die Verben im Text genauer an. Die zehn klaren, starken Verben (wir verpflichten uns, wir entscheiden, wir machen) gehen unter in der Flut von sage und schreibe 514 schwachen Wischiwaschi-Wortklauseln (wir nehmen zur Kenntnis, wir bestärken unsere Absichten…). Wird das der Junge später einmal gutheißen?   


Felix Gnehm, WWF Schweiz

19. Juni: Dunkle Wolken über Rio

Der WWF Ballon in Rio fordert die Konferenzteilnehmer auf, Ernsthaft an Lösungen zu arbeiten. © Chris Chaplin / WWF
Der WWF Ballon in Rio fordert die Konferenzteilnehmer auf, Ernsthaft an Lösungen zu arbeiten.

Der Nachhaltigkeitsgipfel Rio+20 droht vor dem eigentlichen Beginn zu scheitern. Die brasilianischen Gastgeber versuchen, den Text des Abschlusskommuniqués vor der eigentlichen Konferenz mit den Staatschefs festzuzurren, so dass kein Raum für Verhandlungen bleibt. Den aktuellen Stand der Verhandlungen kommentiert Alois Vedder vom WWF Deutschland aus Rio de Janeiro:  


"Der Nachhaltigkeitsgipfel in Rio droht zu einer reinen Schauveranstaltung zu werden. Es zeichnet sich ab, dass entscheidende Punkte wie die Abschaffung von schädlichen Subventionen auf Druck von der Gruppe 77 und China  aus dem angestrebten Vertragstext gekickt oder an weniger wichtige Stellen verschoben werden. Umweltschädliche Projekte zu finanzieren, ist doppelt schädlich, weil die Mittel nicht nur Natur zerstören, sondern die Mittel auch an anderer Stelle fehlen.


Auch die einmalige Chance, den Meeresschutz international voranzubringen wird aufgrund der Blockadehaltung der USA ungenutzt verstreichen. Der WWF appelliert an die EU hier klare Kante zu zeigen und für ein verbindliches Abkommen zu werben. Verhandlungsgeschick, Mut in die Vorleistung zu gehen und ein gewisses Maß an Härte sind gefragt. Ohne zu benennen zu welchen Themen nach der Konferenz Nachhaltigkeitsziele erarbeitet werden sollen und wie Kriterien und Zeitplan aussehen, dürfen die Delegierten nicht nach Hause gehen. Der immer noch reiche Norden muss sich bewegen und in Rio ein Unterstützungspaket für die Entwicklungsländer schnüren, um Blockaden aufzubrechen. Es muss nicht immer nur Geld sein, ein Wissenstransfer über das in der Diskussion befindliche "capacity development scheme" muss viel offensiver gespielt und zu einem echten attraktiven Angebot aufgewertet werden."

19. Juni: Rio darf nicht zum Gipfel der Unverbindlichkeit werden

WWF fordert Zeitalter des Grünen Wirtschaftens

Vom 20. bis 22. Juni treffen sich über 20.000 Delegierte aus aller Welt in Rio de Janeiro auf dem UN-Gipfel für nachhaltige Entwicklung. Zwanzig Jahre nach dem ersten Weltgipfel am Zuckerhut schaut die Welt erneut nach Brasilien und erhofft sich Lösungen für die wichtigste Frage: Wie schafft es die Menschheit, in Zukunft nachhaltig zu leben und den wachsenden Hunger nach Energie zu stillen, ohne dabei den Planeten zu Grunde zu richten? "Die riesigen Erwartungen sind inzwischen auf ein Minimum gesunken, aber die Welt darf sich nicht damit abfinden, den Gipfel scheitern zu lassen", so Alois Vedder, der für den WWF Deutschland in Rio mitverhandelt. weiterlesen

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