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Rio+20: Weltgipfel für Nachhaltigkeit 2012

Vom 20. bis zum 22. Juni wird in Rio de Janeiro der nächste „Weltgipfel für Nachhaltigkeit“ stattfinden. Bei dieser wichtigen Konferenz für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen werden die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet. Zwanzig Jahre nach dem ersten Weltgipfel am Zuckerhut schaut die Welt erneut nach Brasilien und erhofft sich entscheidende Lösungen für die wichtigste Frage der Menschheit: Wie schaffen wir es, in Zukunft nachhaltig zu leben, den wachsenden Hunger nach Energie zu stillen, ohne dabei unseren Planeten zu Grunde zu richten?

© Michael Poliza / WWF
© Michael Poliza / WWF

Seit dem 30. Oktober 2011 bevölkern sieben Milliarden Menschen unseren Planeten. Alle 2,6 Sekunden, so schätzt die Stiftung Weltbevölkerung, erblickt ein Baby das Licht der Welt. In weniger als 40 Jahren werden es insgesamt neun Milliarden sein. Schon jetzt verbrauchen wir die natürlichen Ressourcen von umgerechnet 1,5 Erden, wie der WWF in seinem „Living Planet Report“ errechnet hat. Halten wir unsere Lebensweise bei, werden es 2050 sogar zwei Erden sein.

Eine Welt mit neun Milliarden Bürgern, die allesamt nach Wohlstand streben, wird nicht mehr nach den bisherigen Prinzipien funktionieren. In Rio müssen die Staats- und Regierungschefs einen Wechsel in Politik und Wirtschaft einläuten.

Die internationale Staatengemeinschaft muss handeln

Der WWF fordert, dass sich die internationale Staatengemeinschaft in Rio de Janeiro auf neue, messbare, ambitionierte und glaubhafte Nachhaltigkeitsziele festlegt und den Übergang in eine nachhaltige Wirtschaftsweise („Green Economy“) einleitet. Nur so kann die Menschheit in Zukunft sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und innerhalb der natürlichen Grenzen unseres Planeten dauerhaft versorgt werden.

© Simon Rawles / WWF-Canon
© Simon Rawles / WWF-Canon

Zukünftige Generationen drohen sonst einer Ressourcenknappheit und einer zerstörten Umwelt gegenüberzustehen, die sie nicht verursacht haben, und die absehbar zu Konflikten und politischen Instabilitäten führen. Die Auswirkungen werden auf der ganzen Welt spürbar sein, wenn der Kampf um Wasser, Nahrungsmittel und Energie beginnt. Am härtesten Treffen wird es jedoch erneut die Ärmsten.

„Wenn wir in den ökologischen Grenzen unseres Planeten handeln und zugleich Recht und Anspruch von Milliarden von Menschen erfüllen wollen, die bisher keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, ausreichend Energie und Nahrung haben, dann müssen wir einen völlig anderen Ansatz wählen“, sagt Günter Mitlacher, Leiter Biologische Vielfalt.

Verwirklichung der "Green Economy"

Der WWF will deshalb eine „Green Economy“ verwirklicht sehen, die den Wert von biologischer Vielfalt, Ökosystemleistungen und natürlichen Ressourcen berücksichtigt, die mit dem Naturkapital effektiv und schonend umgeht und deren Begrenztheit respektiert.

Die bisherige Wirtschaftsweise, die auf schnelles Wachstum ausgelegt ist, hat die Nutzung natürlicher Ressourcen in immer neue Höhen getrieben. Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen sollen erhalten bleiben bzw. wiederhergestellt werden. Der Wert des natürlichen Kapitals ist in einer echten Vollkostenrechnung, die über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hinausgeht, zu berücksichtigen und in die Bilanzen von Unternehmen und Volkswirtschaften zu integrieren.

Reformen für mehr Nachhaltigkeit

Der WWF setzt sich für eine Reform der UN-Institutionen für Nachhaltigkeit und eine starke, eigenständige Umweltorganisation ein. Die Institutionen und Gremien, die auf UN-Ebene über Nachhaltigkeitspolitik diskutieren und entscheiden, sind seit Jahren reformbedürftig. 

Das Ziel einer solchen Reform ist es, die Nachhaltigkeitsinstitutionen auf UN-Ebene zu stärken, um konsequent den Weg in eine Green Economy ebnen und verfolgen zu können. Eine solche Reform muss insbesondere folgende Aspekte berücksichtigen: Transparenz, Zugang zu Informationen, öffentliche Beteiligung im Prozess der Entscheidungsfindung, Rechenschaftspflicht und Zugang zur Justiz. Der WWF setzt sich dafür ein, dass die Zivilgesellschaft einschließlich lokaler Gemeinschaften und indigener Volksgruppen intensiv beteiligt wird. Das bisherige UN-Umweltprogramm soll endlich zu einer eigenständigen Organisation aufgewertet werden, damit die Umweltthemen das gleiche Gewicht haben wie Gesundheit, Ernährung und Welthandel.

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